{"id":3651,"date":"2020-08-08T00:47:17","date_gmt":"2020-08-07T22:47:17","guid":{"rendered":"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/?page_id=3651"},"modified":"2023-05-03T15:10:28","modified_gmt":"2023-05-03T13:10:28","slug":"das-spirituelle-leben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/de\/das-spirituelle-leben\/","title":{"rendered":"Das geistliche Leben"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"toc_container\">\n  <ul class=\"toc_list\">\n    <li><a href=\"#Les-premiers-pas\">1. Die ersten Schritte<\/a><\/li>\n    <li><a href=\"#Le-lieu-de-la-purification\">2. Der Ort der L\u00e4uterung<\/a><\/li>\n    <li><a href=\"#de-la-grace\">3. Das Werk der Gnade<\/a><\/li>\n  <\/ul>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LUZ-MONTSElong2-1-280x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1302\" width=\"248\" height=\"906\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LUZ-MONTSElong2-1-280x1024.jpg 280w, https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LUZ-MONTSElong2-1-82x300.jpg 82w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Les-premiers-pas\">1. <strong>Die ersten Schritte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Alles beginnt mit dem kleinen Samen unserer Taufe. Mit dem Leben, das wie eine Quelle hervorbricht. F\u00fcr jeden Christen ist dies der Beginn eines Abenteuers oder &#8211; besser gesagt &#8211; der Beginn einer Beziehung.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Heiligen Bruno war eines Tages das Fl\u00fcstern dieser Quelle auf unwiderstehliche Weise zu h\u00f6ren: alles f\u00fcr Gott allein verlassen. Eine innere Einladung, aber auch eine Wahl, die getroffen werden musste. Diesem Ruf wollte alles v\u00f6llig untergeordnet werden: sich von der Welt abzuwenden, um sich ganz Gott zuzuwenden. Losl\u00f6sung von der Sch\u00f6pfung, Bindung an Gott. F\u00fcr Bruno konnte dies nur in einem Leben verwirklicht werden, das sich ganz der Liebe zu Christus widmete, sein inneres Leben widerspiegelte und sein Gebet in das Geheimnis der Einsamkeit ausdehnte. Die Einsamkeit erm\u00f6glicht es der Kart\u00e4userin &#8211; wie der Heilige Bruno seinem Freund Raoul schreibt -, \u201ebei sich selbst zu bleiben\u201c, was in Wirklichkeit bedeutet: der g\u00f6ttlichen Gegenwart in der Tiefe ihres Herzens auf dauerhafte Weise gegenw\u00e4rtig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit entsteht ein ganz pers\u00f6nlicher Dialog mit dem Herrn, der Dialog der Braut mit Christus, ihrem Br\u00e4utigam. Eine sehr intime gegenseitige Zugeh\u00f6rigkeit in der Liebe. Aber in diesem \u201eIch-Du\u201c ist in Wirklichkeit die ganze Kirche anwesend, denn es ist die Kirche als ganze, die Christus als ihren einzigen Br\u00e4utigam hat. Braut und zugleich Mutter, die das neue Leben gebiert, das vom Brot des Wortes und vom eucharistischen Brot gen\u00e4hrt wird. Die Kart\u00e4userin befindet sich also auf einem Weg, der sie immer mehr lieben lassen wird. Alle Banalit\u00e4ten ihres Daseins werden dadurch verkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"Le-lieu-de-la-purification\">2. <strong>Der Ort der L\u00e4uterung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Aber diese Antwort wird auf die Probe gestellt werden: manchmal durch schwere K\u00e4mpfe, aber vor allem durch einen kleinen, hartn\u00e4ckigen Kampf, der etwas anstrengend ist. Nach innen zu leben ist nicht einfach, es muss gelernt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie jeder andere Mensch tr\u00e4gt die Kart\u00e4userin Kr\u00e4fte in sich, die nur darauf warten eingesetzt zu werden. Diese Energien dr\u00e4ngen sie ins \u00c4u\u00dferliche. Ihre H\u00e4nde wollen etwas tun, ihre Augen wollen sehen, ihr Geist will sich mit Gedanken und Lekt\u00fcren besch\u00e4ftigen, ihre Fantasie will Tr\u00e4ume verfolgen, ihr Wille will sich in der Vielfalt seiner W\u00fcnsche verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser in alle Richtungen gehenden Bestrebungen kann die Versuchung gro\u00df sein, sie durch Kompensationen aller Art zu befriedigen. In Wirklichkeit muss man diese Erfahrung der Leere akzeptieren. Dies ist die entscheidende Pr\u00fcfung. Sie wird sich oft in Form von bescheidenen und konkreten Verzichten zeigen: Der t\u00e4gliche Lebensrhythmus bringt seine eigenen Pr\u00fcfungen und \u00c4rgernisse mit sich. Die Zelle, die in den ersten Tagen weitl\u00e4ufig erschien, scheint sich zu verengen, Sehns\u00fcchte nach Weite und Reisen k\u00f6nnen geweckt werden, geliebte Familienmitglieder, Freunde und Freundinnen scheinen weit weg zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwester, die diese Leere erf\u00e4hrt, beginnt schmerzhaft zu entdecken, dass sie nicht dazu f\u00e4hig ist, wirklich selbstlos zu lieben. Sie sieht, wie das Gef\u00fchl ihrer Schw\u00e4che, ihrer Widerspr\u00fcche, ihrer Zwiesp\u00e4lte und ihrer Versklavung gegen\u00fcber den Begierden in den Vordergrund treten. Doch trotz aller St\u00fcrze, R\u00fcckschritte und Versuchungen zur Entmutigung findet sie Halt in der urspr\u00fcnglichen Entscheidung, die Gott ihr ins Herz gelegt hat: alles aus Liebe hinzugeben. In der Verborgenheit ihres Herzens ist das Verlangen nach Gott immer noch da. Sie sucht unerm\u00fcdlich nach der g\u00f6ttlichen Vergebung und der g\u00f6ttlichen Hand, die sie ergreifen und ans andere Ufer bringen wird, das Ufer des neuen Seins in Christus. Kurz gesagt: Sie rettet sich durch Geduld (vgl. Lk 21, 19)! Der Heilige Geist ist bei ihr, um sie zu f\u00fchren. Die Schwester lernt, dass sie die Gnade, die sie so dringend braucht, nicht selbst hervorbringen kann. Diese kommt von jemand anderem und wird ihr immer gegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"de-la-grace\">3. <strong>Das Werk der Gnade<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>So wird sie nach und nach zu einer neuen Existenz wiedergeboren, die wesentlich durch das Leben in Einsamkeit gepr\u00e4gt ist. Auf dieser grundlegenden Basis und unter der F\u00fchrung des Heiligen Geistes findet jede in aller Freiheit \u201eihren\u201c eigenen Weg des Gebets und st\u00fctzt sich dabei auf unsere Freunde, die Heiligen, die diesen Weg bereits erfolgreich zur\u00fcckgelegt haben. Alle \u201eSchulen der Spiritualit\u00e4t\u201c k\u00f6nnen so ihren Platz in der Kartause finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kart\u00e4userin wird also nicht mehr von ihrer eigenen Tatkraft, sondern von der g\u00f6ttlichen Gnade geleitet und nach und nach ihre Mitte in sich selbst finden. Sie wei\u00df im Glauben, dass sie ein sehr gro\u00dfes Geheimnis in ihrem Herzen tr\u00e4gt: Die Heilige Dreifaltigkeit ist dort in ihrer Ungeteiltheit. Christus wohnt in ihrem Herzen. Sie wei\u00df sich dazu berufen, vom Herrn dazu eingeladen: aus dieser inneren Quelle zu leben, sie hervorbrechen und in sich wirken zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geist kommt, um jeder ihrer Neigungen die wahre \u201eNahrung\u201c zu geben, um sie zur Einheit zu f\u00fchren, um sie wie durch einen Anker im fortw\u00e4hrenden Denken an den g\u00f6ttlichen Namen zu festigen. Zun\u00e4chst gibt er ihr die M\u00f6glichkeit anzunehmen, dass sie ihrer inneren Habe entledigt wird und ihre eigene Armut erf\u00e4hrt, ohne zu versuchen, den sich auftuenden Abgrund f\u00fcllen zu wollen; die M\u00f6glichkeit, darauf zu verzichten, ihre Wertsch\u00e4tzung in dem zu suchen, was sie tut. Wenn das Korn in die Erde gelegt wird, ist zun\u00e4chst nichts mehr sp\u00fcrbar, nur noch die nackte Erde, das Samenkorn bringt jedoch Frucht. Nach und nach findet eine Vereinigung der Seele statt, die sich in einem einzigen, einfachen Akt aufl\u00f6st: ganz Blick zu werden, ein Blick, der auf den Geliebten gerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann herrscht Stille: Die g\u00f6ttliche Stille \u2013 \u00fcber die so oft gestolpert wird &#8211; wird zur Gegenwart Gottes, zur Vereinigung. Sie ist also Empf\u00e4nglichkeit, Passivit\u00e4t unter der g\u00f6ttlichen Liebe, die ihr gegen\u00fcber unendlich diskret ist und ihre Freiheit respektiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dieses Leben keimt. Wie der Herr sein Volk in der trockenen W\u00fcsten-Einsamkeit ern\u00e4hrt hatte, so ern\u00e4hrt er die Kart\u00e4userin in der Einsamkeit ihrer Zelle: sie hat sein Wort. Das Ewige Wort wurde Fleisch, um sichtbar zu sein, und seine Manifestierung setzt sich f\u00fcr uns fort. Es lie\u00df sich als Gekreuzigter am Kreuz sehen, in den Wunden seines entstellten Gesichts; es l\u00e4sst sich im inspirierten Wort h\u00f6ren, das die Schwester jeden Tag meditiert. Es ist ein Wachen, das Warten auf die Wiederkunft des Herrn (vgl. Lk 12, 35-40), das dem Heiligen Bruno so am Herzen lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Darin besteht die Freude der Hochzeit. Das Leben in der Zelle, obgleich ein st\u00e4ndiger und unerm\u00fcdlicher Weg, strebt dennoch nach Ruhe, jener Ruhe der Vereinigung mit dem Geliebten. Das ersehnte Ziel ist &#8211; ohne es zu wissen &#8211; bereits auf dem Weg gegenw\u00e4rtig. Ein tiefes Gef\u00fchl, dass die Kart\u00e4userin ganz Gott geh\u00f6rt, der ihr Verlangen erf\u00fcllt. Die Freude zu entdecken, dass von ihr nicht zuerst verlangt wird, Gott zu lieben, sondern zuallererst zu sehen, dass Gott sie liebt. Wie die J\u00fcnger auf dem Berg der Verkl\u00e4rung sieht sie nur noch Jesus allein, der sie in die Wolke hineinf\u00fchrt, in der er sich verbirgt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1910\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn-300x150.jpg 300w, https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn-768x384.jpg 768w, https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn-1536x768.jpg 1536w, https:\/\/chartreux.org\/moniales\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/a-IMG_6051nn.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"#toc_container\" class=\"returnToTop\"> nach oben \u2191 <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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