{"id":6197,"date":"2021-12-15T16:48:36","date_gmt":"2021-12-15T15:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/?page_id=6197"},"modified":"2021-12-15T19:13:12","modified_gmt":"2021-12-15T18:13:12","slug":"buch-9","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/de\/statuten\/buch-9\/","title":{"rendered":"Buch 9"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buch 9<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c62\">Kapitel 62<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Sakramente<a href=\"\/moines\/de\/statuten\/buch-6#c54\">\u00ab<\/a><a href=\"#c65\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Bu\u00dfe<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Im Sakrament der Bu\u00dfe vers\u00f6hnt uns der Vater der Erbarmungen durch das Ostergeheimnis seines Sohnes im Heiligen Geist mit sich und mit der Kirche und auch mit uns selbst. Wir fordern daher alle zum h\u00e4ufigen Empfang dieses besagten Sakramentes auf, denn dadurch wird die Bekehrung des Herzens, also die eigentliche Zielsetzung des M\u00f6nchs, in das Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung Christi eingef\u00fcgt.<\/li><li>Der Prior ist verpflichtet, einige von den beson\u00adneneren M\u00f6nchen zu benennen und zu bestimmen, die dann die Beichte der \u00fcbrigen h\u00f6ren k\u00f6nnen.<br>Au\u00dferdem darf jede Person des Ordens zur Beruhi\u00adgung des Gewissens bei jedem bevollm\u00e4chtigten Beicht\u00advater g\u00fcltig und erlaubt das Sakrament empfangen.<\/li><li>Bez\u00fcglich der nach M\u00f6glichkeit zu meidenden Beich\u00adten derer, die nicht zu unserem Orden geh\u00f6ren, und der Frauen, die auf keinen Fall zur Beichte angenommen werden d\u00fcrfen, siehe oben 6.13.<\/li><li>Ist der Prior gestorben oder mu\u00df er l\u00e4nger als drei Tage abwesend sein, besitzt der Vikar Perso\u00adnen des Ordens gegen\u00fcber nach dem ordentlichen Recht und den Statuten im sakramentalen Bereich die gleiche Vollmacht wie der Prior.<\/li><li>Der Beichtvater und das Beichtkind knien sich bei\u00adde vor einem Kreuz nieder, und das Beichtkind bit\u00ad tet um den Segen, den der Priester mit ausgestreckter rechter Hand spendet. Dann schlie\u00dft das Beichtkind das Confiteor an und bekennt seine S\u00fcnden.<br>Wenn n\u00f6tig, gibt ihm der Priester geeignete Rat\u00adschl\u00e4ge und fordert ihn zur Reue auf. Er legt ihm eine Bu\u00dfe auf. Dann folgt eine Zeit des Schweigens in der das Beichtkind die Reue und den Vorsatz zur Besserung erneuert. Auf ein Zeichen des Beichtkindes hin gibt ihm der Priester die Lossprechung, wobei er die rechte Hand \u00fcber ihm ausstreckt. Danach spricht er eine Abschlu\u00df\u00adoder Entlassungsformel.<\/li><li>Bei drohender Todesgefahr gen\u00fcgt es, wenn der Priester die Absolutionsformel, die in diesem Fall abgek\u00fcrzt werden kann, verwendet.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Kommunionempfang au\u00dferhalb der Messe<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"7\"><li>Soll die Kommunion &#8211; jedoch nicht als Wegzehrung \u00adeinem Kranken gereicht werden, legt der Priester die Kirchenkukulle mit einer wei\u00dfen Stola an. Inzwi\u00adschen z\u00fcndet der Ministrant zwei Kerzen am Altar an sowie eine dritte, die er unterwegs zur Zelle des Kran\u00adken tr\u00e4gt. Hat der Priester das Corporale entfaltet, nimmt er das Gef\u00e4\u00df aus dem Tabernakel, in dem das Hei\u00adligste Sakrament enthalten ist. Es ist zu beachten, da\u00df wir vor dem \u00d6ffnen und nach dem Schlie\u00dfen des Taberna\u00adkels immer eine tiefe Verneigung machen.<br>Falls die Kommunion unmittelbar nach einer Messe gespendet werden soll, legt der Priester zuerst das Me\u00dfgewand ab und tauscht die Stola gegen eine wei\u00dfe, wenn es eine schwarze war.<\/li><li>Er tr\u00e4gt das T\u00e4schchen mit der Burse mit beiden H\u00e4nden und begibt sich dorthin, wo der Kranke liegt, wobei ihm der Ministrant mit der brennenden Kerze vorausgeht. Sooft wir einem Priester, der das Allerheiligste tr\u00e4gt, begegnen, knien wir anbetend nie\u00adder und nehmen Veniam.<\/li><li>Nach Eintritt des Priesters betet der Kranke zusammen mit ihm und den Anwesenden das Confiteor; der Priester betet das Misereatur nostri. Dann kann, falls es angebracht ist, ein kurzer Text aus der Heili\u00adgen Schrift vorgelesen werden. Darauf beten alle Anwe\u00adsenden das Pater noster, und unmittelbar danach reicht der Priester dem Kranken die Kommunion. Zur Kirche zu\u00adr\u00fcckgekehrt, reinigt er Burse und Finger.<br>Der Priester trage Sorge, jedesmal am Schlu\u00df sei\u00adner Dienstleistung, wenn er das Allerheiligste ber\u00fchren mu\u00dfte, das Gef\u00e4\u00df zu reinigen und die Finger zu waschen.<\/li><li>Wenn aber die heilige Kommunion Kranken oder ande\u00adren in der Kirche selbst, aber au\u00dferhalb der Mes\u00adse, gereicht wird, sind die gleichen Vorbereitungen zu treffen wie in Nr. 7; doch werden dann nur zwei Kerzen angez\u00fcndet.<br>Der Priester nimmt mit den bereits beschriebenen Zeremonien das Ziborium aus dem Tabernakel und stellt es auf das Corporale. Nachdem dann Priester und Kom\u00admunikant das Confiteor gebetet haben, wendet sich der Priester diesem zu, f\u00fcgt sogleich das Misereatur nostri an und reicht die Kommunion in der oben beschriebenen Weise.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Kommunion als Wegzehrung<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"11\"><li>Wenn der Kranke die Kommunion als Wegzehrung emp\u00adf\u00e4ngt, geschieht alles wie oben gesagt, au\u00dfer da\u00df die Anwesenden, w\u00e4hrend der Kranke den Leib des Herrn empf\u00e4ngt, die Antiphon Hoc Corpus beten. Durch die Weg\u00adzehrung wird der M\u00f6nch mit dem Unterpfand der Auferste\u00adhung gest\u00e4rkt.<br>Wenn der Kranke in keiner Weise ein Hostienteil\u00adchen schlucken kann, soll man ihm die Wegzehrung unter der Gestalt des Weines reichen; dann wird im Cubiculum des Kranken die Messe gefeiert, nachdem alles Erforder\u00adliche in geb\u00fchrender Weise hergerichtet ist und sich einige wenige versammelt haben. Nach der Kommunion des Priesters und bevor die Anwesenden kommunizieren, wird dem Kranken das Blut Christi gereicht, w\u00e4hrend die An\u00adwesenden die Antiphon Hoc Corpus&#8230; beten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Krankensalbung<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"12\"><li>Der heilige Apostel Jakobus hat gesagt: Ist einer von euch krank? Dann rufe er die \u00c41testen der Ge\u00admeinde zu sich; sie sollen Gebete \u00fcber ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit \u00d6I salben. Das gl\u00e4ubige Ge\u00adbet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er S\u00fcnden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Die rechte Zeit zum Empfang der erw\u00e4hnten Salbung ist also ohne Zweifel schon vorhanden, sobald der M\u00f6nch beginnt, aus Krankheits- oder Altersgr\u00fcnden in gewisser Weise in Todesgefahr zu schweben.<\/li><li>In allen H\u00e4usern des Ordens soll immer heiliges Kranken\u00f6l vorhanden und an einem w\u00fcrdigen Ort si\u00adcher aufbewahrt sein. Es soll j\u00e4hrlich erneuert und das alte mit Watte aufgenommen und verbrannt werden.<\/li><li>Wenn es angebracht scheint, jemandem unter uns die Krankensalbung zu spenden, besucht ihn der Prior entweder mit dem Konvent oder nur mit einigen M\u00f6nchen. Zu gelegener Stunde begibt man sich zur Zelle des Kran\u00adken, w\u00e4hrend der Prior in der Sakristei Kirchenkukulle und violette Stola anlegt.<br>Ist der ganze Konvent zugegen, begibt sich der Prior mit dem heiligen \u00d61 zur Zelle dessen, der gesalbt werden soll, wobei ihm der Wochendiakon ohne Kirchenku\u00adkulle als Kreuztr\u00e4ger und der Prokurator oder ein ande\u00adrer mit dem Weihwasser vorangehen.<br>Wenn der Kranke auch kommunizieren soll, bereite man im Cubiculum einen mit reinem Leinen bedeckten Tisch vor, worauf man ein Kruzifix zwischen zwei bren\u00adnende Kerzen stellt.<\/li><li>Beim Eintritt besprengt der Priester die T\u00fcre und dann die ganze Zelle mit Weihwasser und spricht dabei: Friede diesem Haus und allen, die darin wohnen; und die Umstehenden antworten: Amen.<\/li><li>Dann betet er eine Oration. Hierauf folgt der Bu\u00df\u00adakt, wie er zu Beginn der Konventmesse verrichtet wird. Danach verliest der Diakon oder ein Lektor einen Text aus der Heiligen Schrift. Hierauf wird die Litanei oder der Antwortpsalm gebetet. Dann legen der Prior und alle anwesenden Priester, die dabei an ihrem Platz bleiben, gemeinsam ihre H\u00e4nde dem Kranken auf, ohne etwas zu sagen.<\/li><li>Nach dem Dankgebet \u00fcber das \u00d61 nimmt es der Prie\u00adster und salbt damit den Kranken auf der Stirne und an den H\u00e4nden und spricht dabei einmal: Durch diese heilige Salbung und seine mildreichste Barmherzigkeit he1fe dir der Herr mit der Gnade des Heiligen Geistes; A\/: Amen. Damit er dich, von S\u00fcnden befreit, heile und gn\u00e4dig aufrichte. A\/: Amen. Nach der Salbung w\u00e4scht sich der Prior die H\u00e4nde. Es wird der Antwortpsalm gebetet, und der Prior f\u00fcgt eine Oration an. Danach singen alle miteinander das Pater noster.<br>Wenn der Kranke auch kommunizieren soll , so wird die Kommunion ihm jetzt gereicht.<br>Am Schlu\u00df segnet der Prior den Kranken.<\/li><li>Notfalls gen\u00fcgt jedoch eine einzige Salbung an der Stirn oder auch an einem anderen K\u00f6rperteil, wobei die vollst\u00e4ndige Formel wie oben angegeben gesprochen wird.<br>In unmittelbarer Todesgefahr kann jeder Priester bei der Spendung des Sakramentes die Weihe des \u00d6ls an\u00adstelle des Dankgebetes vornehmen. Die geeignete Materie f\u00fcr das Sakrament ist Oliven\u00f6l oder notfalls ein ande\u00adres pflanzliches.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Gebetshilfe f\u00fcr den Sterbenden<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"19\"><li>Dem Sterbenden ist auch der Vollkommene Abla\u00df zu erteilen, entweder f\u00fcr sich allein oder vor der Salbung, falls er sie noch nicht empfangen hat, oder vor der Wegzehrung. Dem Vollkommenen Abla\u00df wird der Bu\u00dfakt vorausgeschickt, der in diesem Fall vor der Sal\u00adbung oder Wegzehrung nicht wiederholt wird<\/li><li>Wenn sich ein Kranker in unmittelbarer Todesge\u00adfahr befindet, k\u00f6nnen ihm, falls es dem Prior gut scheint, der Konvent oder einige M\u00f6nche das letz\u00adte und br\u00fcderliche Lebewohl unter folgendem oder einem k\u00fcrzeren Ritus sagen: Man h\u00e4lt zuerst, wenn es ange\u00adbracht scheint, eine Lesung aus der Heiligen Schrift; dann legt der Kranke das Glaubensbekenntnis ab; der Prior fordert ihn auf, allen zu verzeihen und alle um Verzeihung zu bitten. Dann geben ihm der Prior und die \u00fcbrigen den Friedensku\u00df.<br>Wenn es dem Prior angebracht scheint, kann auch die Bestreuung mit Asche erfolgen, die zuerst mit einer Oration vom Prior gesegnet wird. Ist die Asche gesegnet und mit Weihwasser besprengt, wird damit das Bett be\u00adstreut, in dem der Kranke liegt.<\/li><li>Wenn der Kranke in Todesgefahr schwebt, sollen nur jene M\u00f6nche vom Prior bestimmt werden, ihn zu besuchen, die in der Lage sind, ihm durch Wort und Ge\u00adbet zum Heil der Seele und des Leibes beizustehen. Und solange er sich in augenscheinlicher und unmittelbarer Todesgefahr befindet, sollen st\u00e4ndig einer oder mehrere bei ihm am Bett Wache halten, falls der Prior nichts anderes anordnet.<\/li><li>Sobald der Kranke aber schon in den letzten Z\u00fcgen zu sein scheint, gibt man ein Zeichen, damit alle f\u00fcr ihn um einen guten Tod beten . Der Prior aber eilt mit einigen M\u00f6nchen zum Sterbenden.<\/li><li>Sobald diese versammelt sind, wird von allen das Credo in unum Deum&#8230; gebetet, damit durch das Glaubensbekenntnis der Glaube des Sterbenden gest\u00e4rkt und seine Hoffnung aufgerichtet werden. Daraufhin l\u00e4dt der Prior die Anwesenden zum Gebet f\u00fcr den sterbenden Bruder ein; er kann die Allerheiligenlitanei oder ande\u00adre Gebete verrichten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nach dem Verscheiden des Kranken<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"24\"><li>Wenn einer von uns aus diesem Leben geschieden ist, werden sofort von den Anwesenden, falls die Zeit dazu ausreicht, folgende f\u00fcnf Psalmen gebetet: Verba mea &#8211; Domine, ne in furore I &#8211; Dilexi &#8211; Credidi &#8211; De profundis. Es folgt ein Gebet in Stille, und der Priester f\u00fcgt den Versikel A porta inferi und die Ora\u00adtion bei.<br>Anschlie\u00dfend verharren die Anwesenden im Gebet, bis zur passenden Zeit der Konvent herbeigerufen werden kann.<\/li><li>Der Verstorbene wird bekleidet, auch mit der Ku\u00adkulle; ein Zellenm\u00f6nch au\u00dferdem mit Cingulum und Cilicium; ebenso ein Novize, aber mit Novizenkukulle und ohne Mantel. Alle diese Kleidungsst\u00fccke seien je\u00addoch in ehrbarem Zustand. So bekleidet, wird er auf eine Bahre gelegt und mit einem geziemenden Tuch zuge\u00addeckt.<\/li><li>Von der Stunde an, in der der Kranke verstorben ist, bis zum Begr\u00e4bnis sollen vom Vorsteher M\u00f6nche bestimmt werden, die abwechselnd zu zweit (falls ihre Zahl ausreicht) am Leichnam Wache halten, wobei sie bei ihm Psalmen und Gebete verrichten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c65\">Kapitel 65<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die F\u00fcrbitten<a href=\"#c62\">\u00ab<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Da wir untereinander Glieder sind, geziemt es sich, da\u00df wir im Gebet die Lasten der Menschen, unserer Br\u00fcder, tragen und vor allem F\u00fcrbitte leisten&nbsp;:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr jede Person unseres Ordens<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Das ALLGMEINE GEBET oder das j\u00e4hrliche Gebet erbittet ein jeder von uns, ob Zellenm\u00f6nch, Konverse oder Donat, vom Konvent einmal im Jahr, und zwar am Jahrestag der Profe\u00df oder Donation, f\u00fcr sich und f\u00fcr die er zu beten verpflichtet ist; entsprechend dem Brauch kann dies durch Bekanntmachung an der Tabula oder auf andere Weise geschehen; dann betet jeder im Haus weilende Pater eine Vesper de Beata oder ein Placebo mit der entsprechenden Oration. Die Br\u00fcder aber k\u00f6nnen daf\u00fcr drei Pater noster und Ave Maria beten. Bitten mehrere am gleichen Tag um das j\u00e4hrliche Gebet, wird von den einzelnen die F\u00fcrbitte f\u00fcr alle nur einmal verrichtet.<br>In der Intention eines jeden Allgemeinen Gebetes wird vom Wochenpriester oder nach dem Brauch des Hauses von einem anderen M\u00f6nch eine Messe gefeiert.<br>Das Allgemeine Gebet der Messe kann ebenfalls als Gelegenheit dienen, um f\u00fcr unsere Br\u00fcder, die sich in einer besonderen Notlage befinden, f\u00fcrbittend einzutre\u00adten.<\/li><li>OBITUS nennen wir die Todesanzeige von einer jeden Person des Ordens. Wenn eine oder mehrere Todesan\u00adzeigen von k\u00fcrzlich Verstorbenen eingehen, werden sie sofort nach ihrem Eintreffen vom Sakristan \u00f6ffentlich angeschlagen, und von den einzelnen werden dann, sobald es gut m\u00f6glich ist, die schuldigen F\u00fcrbitten verrich\u00adtet.<\/li><li>F\u00fcr jede Person unseres Ordens, auch f\u00fcr einen Novizen, wird nach seinem Tod innerhalb des ganzen Ordens eine Messe von jedem Priester gefeiert. Diese Messe kann von den Verstorbenen oder Lebenden sein.<br>Die Nichtzelebranten aber opfern eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>Au\u00dferdem feiern oder opfern die M\u00f6nche, auch die Novizen, die im Haus wohnen, in dem jemand stirbt, sowie die Professen, Donaten und Novizen des Hauses, von dem der Verstorbene Professe, Donat oder Novize ist, wo immer sie weilen, eine zweite Messe auf und beten eine Agenda au\u00dferhalb des Konventes au\u00dfer der, von der oben (64.2) die Rede war. Die Br\u00fcder k\u00f6nnen f\u00fcr diese Agenda nach Belieben auch drei\u00dfig Pater noster und Ave Maria mit Gloria und Veniam in folgender Weise beten: zehnmal Pater und Ave, dann Gloria und Veniam; das Ganze wird dreimal wiederholt.<br>Wir raten, die gleichen F\u00fcrbitten f\u00fcr jene Perso\u00adnen des Ordens zu verrichten, mit denen wir zusammen\u00adlebten. \u00dcberdies wird im Sterbehaus des Verstorbenen und in seinem Profe\u00dfhaus beziehungsweise Donationshaus ein eigenes Trizenarium gehalten (64.4) und im Hauskalen\u00adder ein immerw\u00e4hrendes Jahresged\u00e4chtnis eingetragen (63.16).<\/li><li>Werden mehrere Todesanzeigen gleichzeitig bekannt\u00adgegeben, werden von den F\u00fcrbitten unter Nr. 3 soviele gemeinsam verrichtet, als Todesanzeigen vorlie\u00adgen, mit der ihnen entsprechenden Oration in der Mehr\u00adzahl.<br>Die F\u00fcrbitten unter Nr. 4 aber sollen immer ein\u00adzeln verrichtet werden, ausgenommen die Messen der Trizenarien, wenn mehrere zugleich laufen.<\/li><li>Allj\u00e4hrlich werden f\u00fcr die Verstorbenen des Jahres durch die Charta des Generalkapitels oder des Re\u00adverendus Pater soviele gemeinsame Trizenarien ange\u00adordnet, wie die Zahl der Verstorbenen erfordert, und zwar so, da\u00df f\u00fcr vier Verstorbene oder einen Bruch\u00adteil dieser Zahl ein eigenes Trizenarium verrichtet wird.<\/li><li>Bekommt eine Person des Ordens im ganzen Orden oder in einer Provinz ein eigenes Trizenarium, braucht ihr Profe\u00df- oder Donationshaus und ihr Sterbe\u00adhaus doch nur ein einziges Trizenarium im Sinne von Nr. 4 zu halten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr unsere Oberen<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"8\"><li>Besondere F\u00fcrbitten werden den Oberen unseres Or\u00addens gew\u00e4hrt, damit Gott ihnen die Weisheit, die an seiner Seite thront, verleihe. Wir m\u00fcssen diese F\u00fcr\u00adbitten w\u00e4hrend ihrer Amtszeit verrichten.<\/li><li>F\u00fcr unseren Herrn, den Heiligen Vater, feiert j\u00e4hrlich jeder Priester, auch als Novize, eine Messe anl\u00e4\u00dflich des Festes der Heiligen Petrus und Paulus. Die Nichtzelebranten aber opfern eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>F\u00fcr den Reverendus Pater, den Prior der Gro\u00dfen Kartause, den Generalminister unseres Ordens und Hirten von uns allen, wird j\u00e4hrlich von jedem Priester, auch einem Novizen, eine Messe gefeiert; die Nichtzele\u00adbranten aber opfern eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>F\u00fcr den Generalprokurator wird in jedem Haus j\u00e4hr\u00adlich eine Konventmesse gefeiert.<\/li><li>F\u00fcr die Visitatoren, das hei\u00dft f\u00fcr die M\u00f6nche, die tats\u00e4chlich das Haus visitieren, wird von allen in diesem Haus weilenden Priestern anl\u00e4\u00dflich der Visitati\u00adon eine Messe gefeiert; die Nichtzelebranten aber op\u00adfern eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>F\u00fcr den Prior und den Schwesternvikar wird in dem Haus, dem sie zu Diensten stehen, von allen dort weilenden Priestern j\u00e4hrlich eine Messe gefeiert; die Nichtzelebranten aber opfern eine Messe und eine Kommu\u00adnion auf.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr die Verwandten und Wohlt\u00e4ter<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"14\"><li>Au\u00dfer dem st\u00e4ndigen Gedenken an unsere Wohlt\u00e4ter in den Preces des Offiziums sowie nach dem Essen und au\u00dfer der Missa cotidiana (64.7) und der w\u00f6chentli\u00adchen Agenda (64.6) verrichten wir allj\u00e4hrlich nach Weihnachten ein Trizenarium f\u00fcr eben diese Wohlt\u00e4ter (vgl. 60.8).<\/li><li>BESONDERES GEBET nennen wir eine F\u00fcrbitte, um die jeder von uns, auch ein Novize, den Konvent ersuchen darf kurz nach dem Tod eines nahen Verwandten: Gro\u00dfvater oder Gro\u00dfmutter, Vater oder Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Onkel m\u00fctterlicherseits oder v\u00e4terlicherseits, Tante m\u00fctterlicherseits oder v\u00e4ter\u00adlicherseits, Neffe oder Nichte.<\/li><li>Diese Bitte pflegt man durch Bekanntmachung an der Tabula vorzubringen, oder nach dem Brauch der H\u00e4user auf eine andere Weise. Dieses Besondere Gebet verpflichtet uns zu einem Placebo mit der dem oder den Verstorbenen entsprechenden Oration; die Br\u00fcder k\u00f6nnen anstelle des Placebo drei Pater noster und Ave Maria beten. Treffen mehrere Gebete auf den gleichen Tag, ist dabei jeder von uns nur zu einem einzigen Placebo verpflichtet mit der ihnen entsprechenden Oration in der Mehrzahl; die Br\u00fcder aber verrichten die genannte F\u00fcrbitte nur einmal.<\/li><li>F\u00fcr Verwandte und Freunde, die oben nicht erw\u00e4hnt sind, bitten die M\u00f6nche nicht selbst um das Gebet; vielmehr bitten sie pers\u00f6nlich den Vorsteher, jene be\u00adsonders dem Gebet des Konvents zu empfehlen.<br>Immerw\u00e4hrende Verg\u00fcnstigungen aber, das hei\u00dft Zu\u00adwendungen von Messen oder irgendwelche zus\u00e4tzliche Gebete, gew\u00e4hren wir niemals. Kein Haus soll die Ver\u00adpflichtung f\u00fcr immerw\u00e4hrende Feiern von Messen \u00fcber\u00adnehmen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr die gesamte Kirche und den Orden<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"18\"><li>Nach Pfingsten werden in allen H\u00e4usern des Ordens folgende Messen vom Heiligen Geist im Konvent ge\u00adsungen&nbsp;:<br>&#8211; F\u00fcr unseren Heiligen Vater und Herrn in Christus, den regierenden Papst, da\u00df er die Kirche mit star\u00adker und sanfter Hand zu leiten vermag und da\u00df sich alle, die sich des christlichen Namens r\u00fchmen, al\u00adlen seinen Anordnungen dem\u00fctig unterwerfen. &#8211; Um die Erhaltung der Einheit im Orden.<br>&#8211; Um die Hilfe des Himmels, da\u00df sich alle in der einen Kirche Christi vereinigen.<br>&#8211; Um Frieden und Ruhe f\u00fcr alle V\u00f6lker und f\u00fcr jene, die sie leiten.<br>&#8211; F\u00fcr die Obrigkeit des Gebietes eines jeden Hauses des Ordens.<\/li><li>Desgleichen werden nach Pfingsten im ganzen Orden folgende Marienmessen im Konvent gesungen&nbsp;:<br>&#8211; F\u00fcr den zust\u00e4ndigen Bischof eines jeden Hauses.<br>&#8211; F\u00fcr bestimmte Personen unseres Ordens, die sich in seelischer und leiblicher Gefahr befinden, und zu ihrem Trost.<br>&#8211; F\u00fcr alle Wohlt\u00e4ter, f\u00fcr die Verwandten, Anempfoh\u00adlenen und Freunde aller Personen des Ordens und f\u00fcr jene, f\u00fcr die wir zu beten verpflichtet sind.<\/li><li>Au\u00dferdem beten die M\u00f6nche, die Professen wie die Novizen, f\u00fcr die Versuchten und Bedr\u00e4ngten in der\u00ad selben Zeit die sieben Bu\u00dfpsalmen mit der Litanei; die Konversen und Donaten k\u00f6nnen anstelle der Psalmen und der Litanei zwanzigmal das Gebet des Herrn und den Eng\u00adlischen Gru\u00df beten.<\/li><li>Die Konventmesse wird immer in den verschiedenen Anliegen unseres ganzen Ordens dargebracht an den Sonntagen sowie am Hochfest der Geburt des Herrn zum Hochamt, an den Hochfesten Epiphanie, Himmelfahrt, Fronleichnam, Johannes der T\u00e4ufer, Aufnahme der Seligen Jungfrau Maria, unseres heiligen Vaters Bruno und Al\u00adlerheiligen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Weitere F\u00fcrbitten f\u00fcr Verstorbene<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"22\"><li>Nach dem Pfingstfest h\u00e4lt man in allen H\u00e4usern des Ordens zwei Allgemeine Trizenarien&nbsp;:<br>&#8211; das eine f\u00fcr alle Seelen im Fegfeuer;<br>&#8211; das andere f\u00fcr die Verwandten, Wohlt\u00e4ter, Anemp\u00adfohlenen und Freunde aller Personen des Ordens, f\u00fcr jene, die mit dem Orden in Verbindung stehen, und f\u00fcr alle, f\u00fcr die wir zu beten verpflichtet sind. Ebenso verrichtet man gegebenenfalls die gemein\u00adsamen Trizenarien (Nr. 6).<\/li><li>F\u00fcr jedes Trizenarium, das oben erw\u00e4hnt ist (Nr. 7, 14 und 22) oder von der Charta vorgeschrieben ist (Nr. 6), sei es f\u00fcr Personen des Ordens oder f\u00fcr Ausw\u00e4rtige, opfern die nicht zelebrierenden M\u00f6nche eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>Sooft au\u00dferdem vom Generalkapitel eine Marienmesse im ganzen Orden gew\u00e4hrt wird, lesen alle Zele\u00adbranten diese Messe; die Nichtzelebranten aber opfern eine Messe und eine Kommunion auf.<\/li><li>Zwar verrichten wir viele F\u00fcrbitten f\u00fcr bestimmte Personen, indessen hoffen wir, da\u00df alle unsere Gebete, soweit es die g\u00f6ttliche Barmherzigkeit gew\u00e4hrt, vor allem der gesamten Kirche zugute kommen, zum Lob der Herrlichkeit Gottes.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br>DES KART\u00c4USERORDENS<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/$\/img\/devise.gif\" alt=\"Stat crux dum volvitur orbis\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch 9 Kapitel 62 Die Sakramente\u00ab\u00bb Die Bu\u00dfe Im Sakrament der Bu\u00dfe vers\u00f6hnt uns der Vater [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":6183,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6197","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6197"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6197\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}