{"id":6195,"date":"2021-12-15T16:48:00","date_gmt":"2021-12-15T15:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/?page_id=6195"},"modified":"2021-12-15T18:35:32","modified_gmt":"2021-12-15T17:35:32","slug":"buch-6","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/de\/statuten\/buch-6\/","title":{"rendered":"Buch 6"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buch 6<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c41\">Kapitel 41<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Liturgie in unserem Orden<a href=\"\/moines\/de\/statuten\/buch-5#c38\">\u00ab<\/a><a href=\"#c52\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1 Gipfel und Quelle<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Liturgie ist der Gipfel, dem das Tun der Kir\u00adche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der ihre ganze Kraft str\u00f6mt. Wir aber, die wir alles verlassen haben, um Gott allein zu suchen und vollkommener zu besitzen, m\u00fcssen die liturgischen Feiern mit besonderer Gottesverehrung begehen. Denn beim Vollzug der heiligen Liturgie, zumal in der Eucharistiefeier, haben wir durch die Ausgie\u00dfung des Heiligen Geistes Zutritt zu Gott dem Vater durch den Sohn, das fleischgewordene Wort, das gelitten hat und verherrlicht wurde, und treten so in Gemeinschaft mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2 Zeichen der Beschauung<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\"><li>Wenn wir den Gottesdienst im Chor feiern oder das Offizium in der Zelle verrichten, sprechen wir mit un\u00adseren Lippen das Gebet der gesamten Kirche. Denn das Gebet Christi ist nur eines und ergie\u00dft sich durch die heilige Liturgie ganz in die einzelnen Glieder seines Leibes. Bei den Einsiedlerm\u00f6nchen aber offenbaren die liturgischen Handlungen auf besondere Weise die Natur der Kirche, in der ja das Menschliche auf das G\u00f6ttliche hingeordnet und ihm untergeordnet ist, das Sichtbare auf das Unsichtbare, die T\u00e4tigkeit auf die Beschauung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3 Erg\u00e4nzung des einsamen Gebetes<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"3\"><li>Unsere V\u00e4ter haben zu allen Zeiten daf\u00fcr gesorgt, da\u00df unser Ritus unserem Beruf als Einsiedler und unse\u00adren kleinen Konventen angepa\u00dft, das hei\u00dft einfach, n\u00fcchtern und vor allem auf die Vereinigung der Seele mit Gott bezogen blieb. Wir wissen ja, da\u00df die Mutter Kirche die Verschiedenheit der liturgischen Riten immer anerkannt hat, durch welche sie sich um so offenkundi\u00adger als die katholische und ungeteilte Kirche bezeugt. So verm\u00f6gen wir durch die heiligen Riten die tieferen Einhauchungen des Geistes auszudr\u00fccken. Und das vom Herzensgrund aufsteigende Gebet erlangt eine neue Voll\u00adkommenheit, wenn es sich in den heiligen Worten wieder\u00aderkennt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4 Die Liturgie erreicht durch das einsame Gebet ihre Vollendung<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"4\"><li>Andererseits wird das gemeinsame Gebet, das durch die liturgische Handlung das unsere wird, im einsamen Gebet weitergef\u00fchrt, bei dem wir Gott ein ganz innerli\u00adches Lobopfer darbringen, das alle Worte \u00fcbertrifft. Denn die Einsamkeit der Zelle ist der Ort, wo die vom Schweigen ergriffene Seele die Erdensorgen vergi\u00dft und der F\u00fclle des Geheimnisses teilhaftig wird, in dem Christus, der Gekreuzigte, von den Toten aufersteht und in den Scho\u00df des Vaters zur\u00fcckkehrt. Daher verwirklicht der M\u00f6nch in seinem unabl\u00e4ssigen Streben, dem Herrn anzuhangen, in sich selbst das, was die ganze Liturgie darstellt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c52\">Kapitel 52<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Der Gesang beim Gottesdienst<a href=\"#c41\">\u00ab<\/a><a href=\"#c54\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Weise des Singens und Psallierens<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Unser Orden betrachtet den Gregoriarrischen Choral als ein Wesensmerkmal seiner Liturgie.<br>Rein und kraftvoll m\u00fcssen wir am Lob Gottes teil\u00adnehmen, um sowohl ehrf\u00fcrchtig als auch freudig vor dem Herrn zu stehen; nicht tr\u00e4ge und schl\u00e4frig sollen wir sein, nicht die Stimme schonen und die Worte halb ab\u00adschneiden; vielmehr sollen wir, wie es sich geziemt, mit m\u00e4nnlich klingender Stimme und m\u00e4nnlicher Innigkeit die Worte des Heiligen Geistes erschallen lassen.<br>Beim Gesang sollen die Schlichtheit und das rechte Ma\u00df gewahrt werden, damit er W\u00fcrde atme und die Andacht gewahrt wird; denn mit dem Herzen und mit der Stimme m\u00fcssen wir dem Herrn singen und psallieren. Am besten psallieren wir, wenn wir uns dieselbe Innigkeit des Herzens zu eigen machen, mit der die Psalmen und Canti\u00adca verfa\u00dft worden sind.<\/li><li>Der Psalmengesang darf nicht schleppend und nicht hastig sein; er soll mit voller, lebendiger und kr\u00e4ftiger Stimme gesungen werden, so da\u00df alle and\u00e4chtig psallieren und aufmerksam mitsingen k\u00f6nnen, ohne die Stimme zu \u00fcberbeanspruchen, mit Innigkeit und ohne Fehler.<\/li><li>Nach der Versmitte machen wir eine gute Pause. Am Anfang, in der Mitte und am Ende des Verses setzen wir gleichzeitig ein beziehungsweise h\u00f6ren wir gleich\u00adzeitig auf. Keiner ma\u00dfe sich an, vor den anderen zu be\u00adginnen und zu sehr zu eilen. Zusammen sollen wir sin\u00adgen, zusammen die Pausen einhalten, indem wir immer auf die Stimme der anderen h\u00f6ren.<\/li><li>In den Texten der Lesungen, Psalmen und Ges\u00e4nge d\u00fcrfen die Betonung oder die Zusammengeh\u00f6rigkeit der Worte, soweit der einzelne dazu f\u00e4hig ist, niemals au\u00dfer acht gelassen werden. Denn der Verstand erfa\u00dft und verkostet den Sinn am besten, wenn ihm die Worte passend vorgelegt werden.<\/li><li>Sehr wichtig ist es, da\u00df die Novizen im Singen richtig ausgebildet werden. Lob verdienen jene, die auch nach dem Noviziat das Gesangsstudium niemals vernachl\u00e4ssigen.<\/li><li>In den H\u00e4usern des Ordens ist das Tages- und Nachtoffizium zu singen, solange wenigstens sechs gesunde Patres anwesend sind.<\/li><li>Das Invitatorium wiederholt der Konvent immer ganz nach dem ersten, dritten und f\u00fcnften Vers des Psalmes Venite sowie an seinem Ende; nach dem zweiten und vierten Vers jedoch und nach dem Gloria Patri nur seinen zweiten Teil.<\/li><li>Die erste Antiphon in den einzelnen Nokturnen, in den Laudes und in der Vesper wird immer auf der Chorseite des Wochens\u00e4ngers angestimmt, die zweite auf der anderen Seite und von da an abwechselnd weiter von den \u00c4ltesten zu den J\u00fcngsten. Die Antiphon zum Benedic\u00adtus und Magnificat aber ist immer von der Chorseite des Wochens\u00e4ngers anzustimmen.<br>Die Antiphonen werden nach den Psalmen und Cantica immer wiederholt. Wenn m\u00f6glich werden sie in der glei\u00adchen Tonlage aufgenommen, mit der die Psalmodie ab\u00adschlie\u00dft.<\/li><li>Das Anstimmen des Gesanges kommt dem Gro\u00dfs\u00e4nger jener Chorseite zu, auf der sich der Wochens\u00e4nger befindet; oder jener Chorseite, in der jemand eine Antiphon angestimmt hat. Das Kyrie eleison bei den Preces aber wird immer von der rechten Chorseite begonnen, und zwar erst, wenn alle zur Ruhe gekommen sind (53.21).<\/li><li>Entsprechend dem Rang der Messe werden einige Ge\u00adbete mit jeweils verschiedener Melodie gesungen, n\u00e4mlich: Kyrie eleison, Gloria in excelsis (das der Gro\u00dfs\u00e4nger von den Worten Et in terra pax an als erster fortsetzt), Sanctus, Agnus Dei.<br>Mit der feierlichen Melodie singt man die erw\u00e4hnten Gesangsst\u00fccke an Hochfesten.<br>Mit der Sonnt\u00e4glichen Melodie werden sie gesungen:<br>&#8211; an Sonntagen und Zw\u00f6lflesungsfesten<br>&#8211; innerhalb der Oktaven, wenn es sich nicht um ein Hochfest handelt<br>&#8211; an den Vigilien von Weihnachten und Pfingsten<br>&#8211; in folgenden Votivmessen :<br>von der Heiligsten Dreifaltigkeit und vom Heiligen Geist<br>vom Herrn, au\u00dfer der Messe vom Heiligen Kreuz<br>von der Jungfrau Maria, au\u00dfer der Messe von der Compassio<br>von den heiligen Engeln<br>vom heiligen Joseph und von unserem heiligen Vater Bruno<br>&#8211; in der Messe zur Danksagung.<br>Die Ferialmelodie f\u00fcr das Kyrie eleison wird ange\u00adwendet&nbsp;:<br>&#8211; in den Messen der Dreilesungsfeste und Ged\u00e4chtnis\u00adse, au\u00dfer von der Seligen Jungfrau Maria<br>&#8211; in den Vigilmessen, au\u00dfer den oben genannten<br>&#8211; in den Fastenmessen<br>&#8211; in den Ferialmessen<br>&#8211; in den Votivmessen, au\u00dfer den oben genannten<br>&#8211; in den Messen f\u00fcr die Verstorbenen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Gebrauch der Landessprache<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"11\"><li>F\u00fcr das folgende mu\u00df die lateinische Sprache ver\u00adwendet werden&nbsp;:<ol><li>im kanonischen Offizium im Chor : der Psalm Veni te mit seiner Antiphon, alle anderen Antiphonen (ein\u00adschlie\u00dflich der Antiphonen der Seligen Jungfrau Maria), die Psalmen (au\u00dfer Psalm 50 zu den Preces), die Cantica aus den beiden Testamenten, die gro\u00dfen und kleinen Responsorien und die Hymnen (einschlie\u00dflich das Te Deum mit dem Te decet);<\/li><li>in der Konventmesse: Der Introitus, die Antiphonen mit den dazugeh\u00f6rigen Versen (zum Beispiel beim Asper\u00adges), das Kyrie (auf griechisch zu singen), das Gloria, alle Responsorien (auch am Karfreitag), der Traktus, das Alleluia, das Credo, das Offertorium, die Pr\u00e4fati\u00adon, das Sanctus, das Agnus Dei und die Communio;<\/li><li>bei anderen Zeremonien: die Responsorien des Be\u00adgr\u00e4bnisses, die Antiphonen bei der Fu\u00dfwaschung und die Hymnen bei der Fronleichnamsprozession.<\/li><\/ol>F\u00fcr das andere kann nach dem Urteil des Priors und mit der Zustimmung des Konventes die Landessprache ver\u00adwendet werden. Der Gesang in der Landessprache ist er\u00adlaubt, sofern eine gewisse \u00dcbereinstimmung unter den Teilen des Gottesdienstes gegeben ist und der Gesang m\u00f6glichst w\u00fcrdig und sch\u00f6n ist.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Gro\u00dfs\u00e4nger<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"12\"><li>Die Gro\u00dfs\u00e4nger, die der jeweiligen Chorseite vor\u00adstehen, m\u00fcssen ausgebildet und erfahren sein, um die anderen in der Psalmodie und im Gesang in der oben beschriebenen Weise gut und passend f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Hierin unterstehen sie jedoch der Leitung und Autorit\u00e4t des Priors. \u00dcberdies ist es ihre Aufgabe, jene, die bei den Psalmen zu langsam, zu schnell oder unvorschrifts\u00adm\u00e4\u00dfig singen, liebevoll zu berichtigen; dies geschehe aber besser au\u00dferhalb des Chores.<\/li><li>Wenn die Gro\u00dfs\u00e4nger es f\u00fcr angebracht halten, ge\u00adben sie auf ihrer Chorseite die Tonh\u00f6he f\u00fcr die Psalmen und das \u00fcbrige g\u00f6ttliche Offizium h\u00f6her oder tiefer an, damit alle ohne Schwierigkeit singen k\u00f6nnen.<br>Kein anderer aber darf in ihrer Gegenwart den Chor berichtigen als der Prior oder, bei dessen Abwesenheit, der Vikar.<\/li><li>Ist der Gro\u00dfs\u00e4nger verhindert, soll der zweite Gro\u00dfs\u00e4nger sein Amt aus\u00fcben. Ist dieser ebenfalls verhindert, tritt der \u00c4lteste der Chorseite an die Stelle des Gro\u00dfs\u00e4ngers. Doch kann der Prior auch eine andere Regelung treffen.<\/li><li>Stimmt der Gro\u00dfs\u00e4nger von Amts wegen etwas an, schl\u00e4gt er die Kapuze zur\u00fcck. Solange der erste Psalmvers oder die erste Hymnusstrophe gesungen wird, st\u00fctzt er sich nicht auf, noch bedeckt er sein Haupt; ist der besagte Vers zu Ende gesungen, bedeckt er das Haupt und nimmt wieder seinen Platz ein.<\/li><li>BEIM OFFIZIUM stimmt der Gro\u00dfs\u00e4nger an&nbsp;:- Domine, quid multiplicati Bunt\u2026, Deus misereatur nostri\u2026<br>&#8211; die Hymnen<br>&#8211; die Psalmen und Cantica, nachdem die Antiphon ge\u00adsungen ist (52.8). Beim Beginn eines Hymnus oder Psalmes singt er bis zur Pause allein und setzt nach einer kurzen Pause als erster den restlichen Versteil fort<br>&#8211; hat der Prior das Te Deum angestimmt, singt er die folgenden Worte allein weiter<br>&#8211; zuweilen kann er den Gesang f\u00fcr die Novizen an\u00adstimmen (51.15 und 52.21).<strong>IN DER MESSE<\/strong>&nbsp;hat der Gro\u00dfs\u00e4nger die Aufgabe, alle Ges\u00e4nge anzustimmen au\u00dfer dem Pater noster.<\/li><li>Der Gro\u00dfs\u00e4nger stimmt zum Altar gewandt an&nbsp;:- das Domine nach dem Asperges me<br>&#8211; die Antiphonen Lumen und Collegerunt (47.20 und 27)<br>&#8211; das Agnus Dei und die Communio<br>&#8211; das Responsorium Popule meus und die \u00fcbrigen Re\u00adsponsorien am Karfreitag.Das \u00fcbrige stimmt er zum Gegenchor gewandt an.<\/li><li>Begeht der Gro\u00dfs\u00e4nger beim Anstimmen eines Psalmes oder Hymnus einen Fehler, nimmt er erst Veniam, wenn der Vers oder die Strophe beendet ist.<br>Der Wochens\u00e4nger<\/li><li>Einschlie\u00dflich des Priors (wenn er es f\u00fcr ange\u00adbracht h\u00e4lt) versieht jeder abwechselnd auf seiner.<br>Chorseite der Reihe nach das Amt des Wochens\u00e4ngers; da\u00adbei darf er sich nie zusammen mit dem Wochenpriester auf derselben Chorseite befinden.<\/li><li>Der Wochens\u00e4nger hat zu singen&nbsp;:<br>IN DER MATUTIN&nbsp;:- das Invitatorium mit dem Psalm Venite<br>&#8211; die Versikel der Nokturnen<br>&#8211; im Sommer das kleine Responsorium nach der Lesung der ersten Nokturn; er beginnt es erst, wenn der Lektor seinen Platz wieder eingenommen hat.ZU DEN LAUDES&nbsp;:- das kleine Responsorium &#8211; das Benedicamus Domino<br>&#8211; die Anstimmung der Antiphon von der Seligen Jung\u00adfrau Maria.<\/li><li>ZUR TERZ, SEXT UND NON stimmt der Wochens\u00e4nger die Antiphon zu den Psalmen an und singt den Versikel nach dem Kapitel.<br>ZUR VESPER&nbsp;:- stimmt er das gro\u00dfe Responsorium an; singt er das kleine ganz und dazu ihre Verse und das Gloria<br>&#8211; singt er das Benedicamus Domino und stimmt wie nach den Laudes die Antiphon von der Seligen Jung\u00adfrau Maria an.Ist aber der Wochens\u00e4nger Novize, kann der Gro\u00df\u00ads\u00e4nger seiner Chorseite das Invitatorium in der Matutin und das gro\u00dfe Responsorium zur Vesper anstimmen.<\/li><li>BEIM TOTENOFFIZIUM ist es Aufgabe des Wochens\u00e4n\u00adgers&nbsp;:<br>&#8211; die Antiphonen zu den Psalmen und Cantica anzu\u00adstimmen<br>&#8211; die Versikel zu singen, ausgenommen den Versikel nach dem Responsorium der letzten Lesung, den der Lektor dieser Lesung singtDie Lesungen der Agenda mit den Versen der Respon\u00adsorien singt:- in der ersten Nokturn der Wochens\u00e4nger<br>&#8211; in der zweiten Nokturn der Wochens\u00e4nger der n\u00e4ch\u00adsten Woche<br>&#8211; in der dritten Nokturn der Vertreter des Wochen\u00ads\u00e4ngers.<\/li><li>Bevor der Wochens\u00e4nger etwas anstimmt, entbl\u00f6\u00dft er immer sein Haupt. Er singt alles der gegen\u00fcberlie\u00adgenden Chorseite zugewandt; nur das folgende tr\u00e4gt er dem Altar zugewandt vor&nbsp;:- das Invitatorium<br>&#8211; die Versikel des kanonischen Offiziums<br>&#8211; die kleinen Responsorien zu Laudes und Vesper<br>&#8211; das Benedicamus Domino und die Antiphon von der Seligen Jungfrau Maria.Nachdem er etwas dem Altar zugewandt angestimmt hat, macht er eine kleine Verneigung.<\/li><li>Ist der Wochens\u00e4nger am Anfang der Matutin nicht da und hat sein Vertreter das Venite schon begon\u00adnen, singt der Vertreter den Psalm zu Ende; danach aber \u00fcbt der Wochens\u00e4nger f\u00fcr das weitere sein Amt aus.<br>Wenn er am Lesepult steht, singt nicht er den Ver\u00adsikel, sondern sein Vertreter singt ihn im Chor.<\/li><li>So la\u00dft uns denn die Ordnung des Psallierens ein\u00adhalten und im Angesicht der Heiligsten Dreifaltig\u00adkeit und der heiligen Engel singen, in heiliger Furcht und von sehnlichstem Verlangen entflammt; damit durch das, was wir besingen, unser Herz zur Betrachtung der absoluten Wirklichkeiten erhoben werde, wenn wir Gott, unserem Sch\u00f6pfer, mit klangvoller Stimme zujubeln.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c54\">Kapitel 54<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Zeremonien beim Offizium in der Zelle<a href=\"#c52\">\u00ab<\/a><a href=\"\/moines\/de\/statuten\/buch-9\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das kanonische Offizium<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Nach dem Zeugnis der alten M\u00f6nche wird die Einsam\u00adkeit durch die Psalmodie vers\u00fc\u00dft. Wenn wir hinge\u00adgen das g\u00f6ttliche Offizium allein verrichten, beobach\u00adten wir fast die gleichen Zeremonien wie im Konvent. Jedoch&nbsp;:- wir bedecken das Haupt nur bei den Psalmen, nach dem ersten Vers des ersten Psalmes; in den Noktur\u00adnen der Matutin, bei Laudes und Vesper entbl\u00f6\u00dfen wir das Haupt erst, wenn die letzte Antiphon nach den Psalmen gebetet ist<br>&#8211; wir sitzen in der Regel nur bei den Lesungen und ihren Responsorien in der Matutin und bei einem rechtm\u00e4\u00dfigen Grund auch zu den Psalmen dieses Of\u00adf iziums.<\/li><li>Einige Teile des Offiziums au\u00dferhalb des Konventes d\u00fcrfen auch in vereinfachter Weise verrichtet wer\u00adden; zum Beispiel&nbsp;:- das Invitatorium braucht man nur am Anfang und am Ende des Psalmes Venite zu sprechen<br>&#8211; zu den Responsorien k\u00f6nnen die Wiederholungen un\u00adterbleiben<br>&#8211; wenn eine Antiphon mehrere A11e1uia hat, brauchen wir nur eines zu sprechen<br>&#8211; zu Beginn der Preces eines Offiziums brauchen wir nur einmal das Kyrie, Christe und Kyrie zu be\u00adten.<\/li><li>Wer einige kleine Horen unmittelbar hintereinander betet (was aber nur ausnahmsweise der Fall ist), kann in der ersten Hore einen Hymnus beten, der der Tageszeit am besten entspricht, und nach dem Kapitel dieser Hore gleich die Antiphon und die Psalmen der zweiten Hore beginnen. Von hier ab setzt er die Hore in der gewohnten Weise fort. Er w\u00e4hlt dann jedoch eine Oration, die der Tageszeit am besten entspricht.<\/li><li>Wer das Offizium allein betet, kann f\u00fcr jede Nok\u00adturn eine einzige Lesung mit einem beliebigen der angegebenen Responsorien halten. Diese Lesung wird aber aus den f\u00fcr diese Nokturn in den liturgischen B\u00fcchern angegebenen Lesungen genommen. F\u00fcr die biblischen Le\u00adsungen jedoch kann man einen anderen Text aus jenem Buch nehmen, das zur selben Zeit im Chor gelesen wird.<br>An Tagen, die nicht zw\u00f6lf Lesungen haben und nicht innerhalb einer Oktav liegen, k\u00f6nnen die Kapitel nach Belieben aus der ganzen Heiligen Schrift genommen wer\u00adden.<br>F\u00fcr die Wahl der Oration siehe 43.5 und 44.13.<\/li><li>Wenn ein Heiliger zu verschiedenen Gruppen von Heiligen geh\u00f6rt, kann man frei w\u00e4hlen zwischen den zwei oder drei Communia.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Andere Offizien<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"6\"><li>Beim Offizium von der Seligen Jungfrau befolgen wir dieselben Regeln wie beim kanonischen Offizi\u00adum, doch knien wir uns jederzeit und entbl\u00f6\u00dfen das Haupt zum Gebet oder Ave Maria vor den Horen und zum Salve Regina.<\/li><li>Wenn irgendeine Hore der Seligen Jungfrau Maria einer Hore des kanonischen Offiziums unmittelbar vorausgeht oder umgekehrt, endet die erste Hore mit der kurzen Endung der Oration; danach verrichten wir nach Belieben ein Gebet in der Stille; dann beginnen wir mit dem Einleitungsvers, ohne ein Kreuzzeichen zu machen.<\/li><li>Sooft wir die Bu\u00dfpsalmen mit der Litanei beten, stehen wir zu den Psalmen oder st\u00fctzen uns auf die Misericordia und haben dabei das Haupt bedeckt, w\u00e4hrend wir zur Litanei und zu den F\u00fcrbittgebeten mit entbl\u00f6\u00df\u00adtem Haupt knien.<\/li><li>Zum Tischgebet au\u00dferhalb des Konventes stehen wir mit entbl\u00f6\u00dftem Haupt; zum Gloria Patri und zum Ge\u00adbet in der Stille verneigen wir uns. Bei der Danksagung stehen wir in gleicher Weise und beten so alles bis zum Gloria Patri nach dem Psalm; dieses und die folgenden Preces beten wir je nach der Zeit verneigt oder kniend.<br>Unmittelbar vor und nach dem Essen lesen wir ei\u00adnige Verse aus der Heiligen Schrift.<br>Die Br\u00fcder aber k\u00f6nnen auch in folgender Weise vorgehen: Nach einem Gebet in der Stille machen sie das Kreuzzeichen und sprechen: Segne, Herr, Deine Gaben, die wir von Deiner G\u00fcte jetzt empfangen, durch Chri\u00adstus, unseren Herrn. Amen.<br>Nach dem Essen k\u00f6nnen sie zur Danksagung beten&nbsp;: Wir sagen Dir Dank, allm\u00e4chtiger Gott, f\u00fcr alle Deine Wohltaten, der Du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen. Und sie schlie\u00dfen anstelle des Psalmes ein Pater noster und ein Ave Maria an.<\/li><li>Sind wir einmal aus offensichtlicher Schw\u00e4che oder aus \u00dcberm\u00fcdung gen\u00f6tigt, uns beim Offizium zu set\u00adzen, oder liegen wir krank zu Bett, halten wir dennoch nach M\u00f6glichkeit ein Mindestma\u00df an Ehrfurcht ein.<br>Denn beim g\u00f6ttlichen Offizium m\u00fcssen wir \u00fcberall sorgf\u00e4ltig Ehrfurcht und W\u00fcrde wahren, da \u00fcberall die gleiche Majest\u00e4t und Gottheit dessen, mit dem wir spre\u00adchen und vor dem wir stehen, auf uns blickt und auf uns achtet.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch 6 Kapitel 41 Die Liturgie in unserem Orden\u00ab\u00bb 1 Gipfel und Quelle Die Liturgie ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":6183,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6195","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6195\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}