{"id":6191,"date":"2021-12-15T16:46:56","date_gmt":"2021-12-15T15:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/?page_id=6191"},"modified":"2021-12-15T18:36:47","modified_gmt":"2021-12-15T17:36:47","slug":"buch-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/de\/statuten\/buch-4\/","title":{"rendered":"Buch 4"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buch 4<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c31\">Kapitel 31<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Leitung des Ordens<a href=\"\/moines\/de\/statuten\/buch-3#c30\">\u00ab<\/a><a href=\"#c32\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>In der Absicht, die Dauerhaftigkeit und unersch\u00fct-terliche Festigkeit der kartusianischen Lebensform zu erhalten, fa\u00dften die ersten Prioren des Ordens nach gemeinsamer \u00dcbereinkunft den Beschlu\u00df, in der Gro\u00dfen Kartause ein Generalkapitel abzuhalten. Diesem Kapitel vertrauten alle Prioren ihre H\u00e4user zur Zurechtweisung und Erhaltung an und versprachen ihm f\u00fcr ihre Person und ihr Haus Gehorsam. So wurde das Band dauernder Liebe zwischen den H\u00e4usern und allen Mitgliedern des Ordens, die gemeinsam und freudig auf dem Weg Gottes wandeln wollen, gefestigt.<\/li><li>Das Generalkapitel wird jedes zweite Jahr abge\u00adhalten. Zu diesem versammeln sich die Prioren, Rektoren, der Generalprokurator und die Schwesternvika\u00adre. Ist der Obere eines Hauses verhindert, sendet er einen M\u00f6nch mit feierlicher Profe\u00df. Ist einem Haus der Prior genommen, kann der Reverendus Pater einen M\u00f6nch dieses Hauses mit feierlicher Profe\u00df zur Teilnahme am Generalkapitel einladen. Diese haben beim Kapitel alle dieselben Rechte und Pflichten wie die Prioren.<\/li><li>Die Versammlung, die sich aus jenen zusammensetzt, die die Rechte eines Priors haben, und den anderen M\u00f6nchen, die etwa zu den Definitoren z\u00e4hlen, nennen wir Vollversammlung. Ihr Vorsitzender ist der Reverendus Pater. Sie besitzt beschlie\u00dfende Gewalt in allen den Orden betreffenden Fragen, soweit nicht das Definitori\u00adum daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist. Die Vollversammlung stimmt auch beratend \u00fcber alle Fragen ab, die die Definitoren ihr vorlegen, wobei sie selbst in diesem Fall nicht mit ab\u00adstimmen.<\/li><li>Das Definitorium, dem der Reverendus Pater vor\u00adsteht, wird gebildet aus dem Reverendus Pater und acht Definitoren, die gew\u00e4hlt werden, wie anderswo gesagt wird. Mit Ausnahme des Reverendus Pater soll keiner Definitor sein oder dazu gew\u00e4hlt werden, der im vorausgegangenen Kapitel dieses Amt ausge\u00fcbt hat.<br>Das Definitorium entscheidet \u00fcber Personen und H\u00e4user. Bei jedem Generalkapitel aber bitten alle Vor\u00adgesetzten aufgrund des gemeinsamen Gehorsams, den sie ihm gelobt haben und schuldig sind, um Barmherzigkeit, damit im Definitorium \u00fcber ihre Absetzung oder Best\u00e4ti\u00adgung beraten werden kann. Nach unserer Tradition \u00fcbt n\u00e4mlich der Prior sein Amt aus, solange er nach dem Urteil des Definitoriums zum Wohl des Konvents dazu imstande ist.<br>Ebenfalls Aufgabe des Definitoriums ist es, den Generalprokurator, der den Orden beim Apostolischen Stuhl vertritt, zu ernennen.<\/li><li>Das Definitorium kann keine Vorschrift in die Sta\u00adtuten einf\u00fchren oder abschaffen, noch dem Orden neue liturgische Texte auferlegen. Es kann jedoch durch Verordnungen und Ermahnungen festsetzen, wie die Statu\u00adten auf besondere Verh\u00e4ltnisse anzuwenden sind; und es kann die \u00fcbrigen Kapitelteilnehmer ersuchen, hier\u00fcber beratend abzustimmen.<\/li><li>In allen anderen Fragen, die den gesamten Orden angehen, legt das Definitorium der Vollversammlung die Fragen vor, wor\u00fcber diese zu beraten hat und dar\u00adaufhin abstimmt. Das Definitorium kann auch nach Gut\u00add\u00fcnken von der Vollversammlung erbitten, eine Frage in einer neuen Beratung zu betrachten und zum zweiten und letzten Mal dar\u00fcber abzustimmen.<\/li><li>Alle Verordungen der Vollversammlung sowie des De\u00adfinitoriums werden aufgehoben, wenn sie von der Vollversammlung des n\u00e4chsten Generalkapitels nicht be\u00adst\u00e4tigt werden.<\/li><li>Gegen keinen Punkt dieser Statuten kann ein Be\u00adschlu\u00df gefa\u00dft und wirksam werden, der die alte Strenge des Kart\u00e4userordens abschw\u00e4chen w\u00fcrde, wenn nicht der Beschlu\u00df durch zwei unmittelbar aufeinander\u00adfolgende Kapitel mit wenigstens Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen gebilligt wird.<\/li><li>Eine Verordnung aber, die zwar die Strenge des Or\u00addens nicht verletzen, jedoch unsere Observanz in einem wichtigen Punkt wesentlich ver\u00e4ndern w\u00fcrde, k\u00f6nnte nur vorgeschrieben werden, wenn die Verordnung vom Generalkapitel mit wenigstens Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen gebilligt und vom folgenden Kapitel mit derselben Mehrheit best\u00e4tigt w\u00fcrde.<\/li><li>Beim Generalkapitel sollen der Reverendus Pater und die Mitglieder des Generalrats miteinander die neuen Verordnungen pr\u00fcfen, ob sie gegen die Ordens\u00adstrenge versto\u00dfen bzw. die Regel wesentlich ver\u00e4ndern oder nicht. Au\u00dferdem sind sie erm\u00e4chtigt, alle tats\u00e4ch\u00adlichen oder rechtlichen Zweifel zu beseitigen, die f\u00fcr dieses Generalkapitel \u00fcber die Auslegung dieses und des 39. Kapitels der Statuten und \u00fcber die Handlungsweise in der Vollversammlung und dem Definitorium auftauchen k\u00f6nnen. Darum wohnt jedes Mitglied des Generalrats der Vollversammlung bei.<\/li><li>Der Reverendus Pater, das ist der Prior der Gro\u00dfen Kartause, ist der Generalobere des ganzen Ordens. Er wird vom Konvent der Gro\u00dfen Kartause gew\u00e4hlt. Diese Wahl hat aber keine Rechtskraft, bevor sie nicht vom Kollegium der Prioren, Priorinnen und Rektoren angenom\u00admen wird. Das geschieht, wie folgt.<\/li><li>Nach der Wahl kommen die von den Wahlaufsehern verst\u00e4ndigten Prioren, Priorinnen und Rektoren des Ordens in der Gro\u00dfen Kartause zusammen, um die Wahl an\u00adzunehmen oder abzulehnen. Falls sie ablehnen, kann der Konvent der Gro\u00dfen Kartause, sofern er es will, einen neuen Wahlgang durchf\u00fchren. Wenn das obengenannte Kol\u00adlegium die Wahl von neuem ablehnt oder der Konvent der Gro\u00dfen Kartause auf diese zweite Wahl verzichtet, ist es Sache des Kollegiums, drei andere M\u00f6nche vorzuschla\u00adgen, aus denen der Konvent der Gro\u00dfen Kartause den Reverendus Pater w\u00e4hlt. Der so Gew\u00e4hlte gilt als vom Kollegium angenommen. Wer immer aber zum Reverendus Pater gew\u00e4hlt wird, kann dieses Amt nicht ablehnen.<\/li><li>Der Prior der Gro\u00dfen Kartause soll w\u00e4hrend des Jahres die Vollmacht des Generalkapitels aus\u00fcben, sooft das Wohl des Ordens es erfordert und das n\u00e4chste Generalkapitel nicht abgewartet werden kann.<br>Hierf\u00fcr steht dem Reverendus Pater der sogenannte Generalrat zur Seite. Er besteht aus dem Generalproku\u00adrator und M\u00f6nchen mit feierlicher Profe\u00df, die von der Vollversammlung gew\u00e4hlt wurden (vgl. 39.10). Die M\u00f6n\u00adche, die den Generalrat bilden, verbleiben in ihren eigenen H\u00e4usern und werden vom Reverendus Pater auf die Weise um Rat gefragt, wie er es f\u00fcr angebracht h\u00e4lt. Sooft von Rechts wegen die Zustimmung des Rates erfor\u00adderlich ist oder wenn ein Fall es verlangt, werden die Ratsmitglieder in die Gro\u00dfe Kartause gerufen.<\/li><li>Die Vollmacht des Reverendus Pater kann einem an\u00adderen nur mit Zustimmung aller Definitoren und des Reverendus Pater selbst \u00fcbertragen werden. Kein M\u00f6nch der Gro\u00dfen Kartause aber, den nicht das Generalkapitel oder der Reverendus Pater dazu bestimmt hat, darf sich irgendwie in Sachen des Ordens, einzelner Personen oder der H\u00e4user einmischen, auch wenn er von diesen Briefe erhalten hat.<\/li><li>Der Reverendus Pater, der als Generaloberer die Aufgabe hat, die Einheit des Ordens zu wahren, \u00fcbt die ordentliche Rechtsgewalt \u00fcber die Kart\u00e4userinnen aus.<\/li><li>Das Generalkapitel, dem der geistliche Fortschritt der Schwesternkartausen am Herzen liegt, schickt zu ihnen M\u00f6nche als Visitatoren (32.2). Es ist auch Sache des Generalkapitels oder des Reverendus Pater, f\u00fcr die Schwestern Patres zur Verrichtung pastoraler Dienste zu bestimmen, wie sie im 25. Kapitel der Schwe\u00adsternstatuten beschrieben sind. Einer von ihnen, den wir Vikar nennen, ist der Obere der M\u00f6nchsgemeinschaft, die bei den Schwestern lebt, um ihnen zu dienen.<br>Keiner soll Vikar werden, der nicht wenigstens f\u00fcnf Jahre nach der feierlichen Profe\u00df im Orden gelebt hat. Der Vikar wird bis zum n\u00e4chsten Generalkapitel er\u00adnannt. Seine Amtszeit kann aber verl\u00e4ngert werden; doch soll er dabei im selben Haus das Amt des Vikars nicht l\u00e4nger als zehn Jahre hintereinander aus\u00fcben.<br>Die Richtlinien, die sich im 25. Kapitel der Schwesternstatuten \u00fcber die Mitglieder des Vikariats finden, k\u00f6nnen ohne die vorherige Billigung des Gene\u00adralkapitels der M\u00f6nche nicht ge\u00e4ndert werden.<\/li><li>Das Definitorium bestimmt nichts \u00fcber den Visita\u00adtor und die Vikare der Schwestern, ehe die Priorinnen vom Reverendus Pater oder vom Definitorium selbst befragt worden sind.<\/li><li>Beim Generalkapitel der Schwestern sind zugegen: der Reverendus Pater, der Visitator der Schwestern und die Hauptvisitatoren jeder Provinz. Sie sollen den Schwestern mit ihrem Rat beistehen. Falls eine Abstim\u00admung der Vollversammlung die Einheit des Ordens oder wichtige Observanzen in Gefahr br\u00e4chte, k\u00f6nnte der Re\u00adverendus Pater, der dieser Versammlung vorsteht, diese Abstimmung f\u00fcr nichtig erkl\u00e4ren.<\/li><li>Alle, die eine amtliche Gewalt im Orden aus\u00fcben, sollen stets den Geist und das Gesetz der Kirche als oberste Norm ansehen, nach welcher die Ordens\u00fcber\u00adlieferungen zu verstehen sind. Die Prioren aber sollen den Untergebenen, die ihnen bereitwilligen Gehorsam schulden, auch ihrerseits ein gutes Beispiel geben, wie es sich geziemt. Daher sollen sie sich den Verordnungen des Generalkapitels und des Reverendus Pater dem\u00fctig unterwerfen und diese nicht in Gegenwart anderer kriti\u00adsieren.<br>Um die Gemeinschaft unseres Ordens mit dem Heili\u00adgen Vater so gut wie m\u00f6glich zu f\u00f6rdern, sendet der Reverendus Pater alle sechs Jahre dem Apostolischen Stuhl \u00fcber Stand und Leben des Ordens einen kurzen \u00dcberblick.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c32\">Kapitel 32<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Visitation<a href=\"#c31\">\u00ab<\/a><a href=\"#c33\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Aus gro\u00dfer Sorge um die Liebe und den Frieden so\u00adwie die treue Beobachtung der Regel in den H\u00e4usern des Ordens beschlo\u00df das Generalkapitel, alle zwei Jahre in alle H\u00e4user Visitatoren zu entsenden. Sie sollen die Sorge des Ordens um diese H\u00e4user erkennen lassen und zur L\u00f6sung etwaiger Schwierigkeiten mit den n\u00f6tigen Vollmachten ausger\u00fcstet sein.<\/li><li>Auf jedem Generalkapitel werden die Prioren, die man f\u00fcr das Amt des Visitators f\u00fcr geeignet h\u00e4lt, ernannt und in die Charta eingetragen. Sie haben die Aufgabe, mit ordentlicher Gewalt einige H\u00e4user zu visi\u00adtieren, die zusammen mit den H\u00e4usern dieser Visitatoren eine Provinz bilden. Ebenso ist der Visitator der Schwestern zu ernennen, der deren H\u00e4user gemeinsam mit dem Hauptvisitator der Provinz visitieren wird.<\/li><li>Das Haus der Gro\u00dfen Kartause und die H\u00e4user der Visitatoren werden nach ordentlichem Recht von jenen visitiert, die das Generalkapitel dazu bestimmt hat. Es mu\u00df aber dabei gew\u00e4hrleistet sein, da\u00df keiner den zweiten Visitator seiner Provinz oder jemanden visitiert, der erst k\u00fcrzlich sein Haus visitiert hat. Auch soll man daf\u00fcr sorgen, da\u00df keiner sein Profe\u00dfhaus visitiert, der nicht wenigstens seit zehn Jahren nicht mehr dort wohnt. Sind die vom Generalkapitel bestellten Visitatoren nicht imstande, die ihnen anvertrauten H\u00e4u\u00adser zu visitieren, ist es Sache des Reverendus Pater, andere zu ernennen, die sogenannten Kommissare. Ebenso soll der Reverendus Pater daf\u00fcr Sorge tragen, da\u00df die nicht kanonisch errichteten H\u00e4user so visitiert werden, wie er es f\u00fcr angebracht h\u00e4lt.<\/li><li>Der Ablauf der Visitation wird anderswo beschrie\u00adben (Kap. 40). In dem Verlangen, die willkommene Zeit der Visita\u00adtion m\u00f6ge sich zu einer Gnade Gottes wandeln, soll der Konvent die Visitatoren oder Kommissare, die ja mit der Vollmacht des Generalkapitels oder des Reverendus Pater ausgestattet sind, im Geist des Glaubens aufneh\u00admen. Jeder M\u00f6nch soll ihnen beim Erf\u00fcllen ihrer Aufgabe mit hingebendem Willen Hilfe leisten. So sollen die Visitatoren und die M\u00f6nche alles unternehmen, damit unter ihnen gegenseitiges Vertrauen entsteht.<\/li><li>Erste Aufgabe der Visitatoren ist es aber, die M\u00f6nche in br\u00fcderlicher Liebe anzunehmen und sie mit h\u00f6chster Aufmerksamkeit anzuh\u00f6ren; danach bem\u00fchen sie sich darum, da\u00df alle durch das Gute, das sie in sich tragen, dem Herrn und den Br\u00fcdern besser zu dienen verm\u00f6gen.<\/li><li>Ihre Aufgabe sollen sie nicht als Richter, sondern vielmehr als Br\u00fcder aus\u00fcben, denen die Versuchten und Betr\u00fcbten ihr Herz frei und ohne Furcht vor Be\u00adkanntmachung erschlie\u00dfen k\u00f6nnen; und in einer Angele\u00adgenheit von solcher Wichtigkeit sollen sie nicht eilig, sondern mit Ruhe vorgehen.<\/li><li>Mit den Visitatoren kann sich jeder frei unter\u00adhalten und das vorbringen, was einer Entscheidung oder eines Rates bedarf &#8211; ob es sich nun um eigene Be\u00adlange oder um den Konvent handelt. Auch kann man ihnen Etwaiges, das dem Gemeinwohl n\u00fctzlich erscheint, in der Gesinnung des Auferbauens vorschlagen.<\/li><li>Bevor wir \u00fcber einen anderen M\u00f6nch sprechen, sol\u00adlen wir das Herz vor Gott sammeln. Wir werden die Wahrheit in der Liebe n\u00e4mlich um so besser zu tun ver\u00adm\u00f6gen, je gelehriger sich unser Geist dem Heiligen Geist gegen\u00fcber erweist. Wer im Frieden wohl beheimatet ist, stellt \u00fcber niemanden Verd\u00e4chtigungen an. Oft wird es besser sein zu schweigen, als sich aufzuhalten bei Gespr\u00e4chen \u00fcber Dinge, die sich nicht beweisen lassen, bei Gespr\u00e4chen \u00fcber Kleinigkeiten oder auch \u00fcber die Fehler derer, die sich bereits auf dem Weg der Besserung befinden.<\/li><li>Die Visitatoren sollen nicht nur mit jedem M\u00f6nch einzeln sprechen, sondern auch mit dem Konvent. selber zusammentreffen, wie es bei der ersten und letz\u00adten Sitzung der Visitation geschieht.<br>Damit die Visitation mit der Hilfe des Herrn blei\u00adbende Fr\u00fcchte tr\u00e4gt, m\u00f6gen sie all ihren Flei\u00df aufwen\u00adden, da\u00df der Konvent die geistliche Erneuerung selber gleichsam als seine eigene Angelegenheit \u00fcbernimmt.<\/li><li>Die Visitatoren sollen darauf sehen, in welchem Zustand sich der Konvent befindet, ob er seit der vorhergehenden Visitation Fortschritte gemacht hat und welche Schwierigkeiten aufgetreten sind. Sie sollen die Gemeinschaft auffordern, mit ihnen zu erforschen, ob Geist und Buchstabe der Regelbefolgung, wie in den Statuten dargelegt, treu eingehalten werden. Sie sollen auch die Abrechnungen des Hauses pr\u00fcfen und erw\u00e4gen, wie die Armut nach dem Evangelium bewahrt wird. Gegen Ausw\u00fcchse, die sie unter Umst\u00e4nden vorfinden, sollen sie geeignete Hilfsmittel angeben. Zusammen mit den M\u00f6nchen, allen voran mit dem Prior, sollen sie sorgf\u00e4l\u00adtig erforschen, durch welche Ma\u00dfnahmen dem Konvent ge\u00adholfen werden kann, seiner Berufung treuer zu entspre\u00adchen.<\/li><li>Bevor sie abreisen, sollen die Visitatoren die von ihnen gegebenen Richtlinien und ihre Entscheidun\u00adgen in der Charta niederschreiben und diese in einfa\u00adchen und den Empf\u00e4ngern angepa\u00dften Worten verfassen. Es sei ihre Sorge, da\u00df der Konvent in ununterbrochenem Lauf den Weg zu Gott wandle. Daher soll, falls es notwendig ist, an Punkte, die schon in der Charta der vor\u00adhergehenden Visitation angegeben wurden, erinnert wer\u00adden.<br>Oft wird es vorteilhaft sein, da\u00df sie den Prior \u00fcber die Entscheidungen, die sie zu treffen beabsichti\u00adgen, zuerst noch unterrichten und seine Beobachtungen vernehmen. Denn die Visitatoren m\u00fcssen seine Absichten als Hirt der Gemeinschaft kennen, nach denen der Prior die M\u00f6nche leitet, damit sie diese wirksamer unterst\u00fct\u00adzen k\u00f6nnen.<\/li><li>Sie sollen sich bem\u00fchen, keinen zurechtzuweisen oder \u00fcber ihn zu entscheiden, ohne ihn vorher an\u00adgeh\u00f6rt zu haben. Wenn sie meinen, irgendeinem eine Er\u00admahnung erteilen zu sollen, m\u00f6gen sie ihm die Sache m\u00fcndlich erkl\u00e4ren, so da\u00df ihre Absicht gut verstanden wird. Schlie\u00dflich sollen sie vom Haus nicht scheiden, ohne sich vorher vergewissert zu haben, da\u00df der Konvent die Absichten und Vorschriften der Charta recht ver\u00adstanden hat.<\/li><li>Diejenigen, die von den Visitatoren ermahnt worden sind, sollen nicht versuchen, ausfindig zu machen, wer \u00fcber sie Mitteilung gemacht hat. Vielmehr sollen sie, in der \u00dcberzeugung, da\u00df alles aus Liebe gesagt wurde, alles in Liebe und Demut annehmen. Indem sie ihre Fehler eingestehen, sollen sie sich bessern und fortan mehr Klugheit zeigen. Auch sollen sie niemals \u00fcber einen, von dem sie wissen, da\u00df er gegen sie etwas ausgesagt hat, in Wort oder Verhalten ver\u00e4rgert sein. Vor allem der Prior mu\u00df sich davor h\u00fcten, an jemandem in irgendeiner Weise Rache zu \u00fcben oder sich ver\u00e4rgert zu zeigen. Vielmehr gebe er den anderen das Beispiel der Demut und der eigenen Besserung.<\/li><li>In einem sehr schwerwiegenden Fall k\u00f6nnen die Vi\u00adsitatoren den Prior des Amtes entheben, nachdem sie, wenn m\u00f6glich, den Reverendus Pater \u00fcber diese Angelegenheit zu Rate gezogen haben. Ein Amtstr\u00e4ger, den sie abgesetzt haben, kann ohne die Erlaubnis des Generalkapitels oder des Reverendus Pater in seine Obe\u00addienz nicht wieder eingesetzt werden.<\/li><li>Auch m\u00fcssen die Visitatoren nach der Visitation Sorge tragen, da\u00df die von ihnen gegebenen Richt\u00adlinien auch ausgef\u00fchrt werden. Zu diesem Zweck besitzen sie au\u00dferhalb der Visitation in allem dieselben Voll\u00admachten, die sie bei der Aus\u00fcbung der Visitation haben, ausgenommen, da\u00df sie keine Amtstr\u00e4ger absetzen k\u00f6nnen und ihre Visitationsh\u00e4user nicht aufsuchen sollen, wenn keine dringenden Gr\u00fcnde vorliegen.<\/li><li>Die Visitatoren m\u00fcssen sich auch darum k\u00fcmmern, da\u00df in den H\u00e4usern die Richtlinien des Generalka\u00adpitels befolgt werden. Dar\u00fcberhinaus besitzen sie die Vollmacht des Generalkapitels in allen dringenden F\u00e4llen, in denen sie den Reverendus Pater nicht um Rat fragen k\u00f6nnen.<\/li><li>Die Visitatoren entscheiden gemeinsam. Ist jedoch einer verhindert, kann der andere allein entschei\u00adden, nachdem er, falls es gut m\u00f6glich ist, den anderen Visitator befragt hat.<\/li><li>Weil vom Erfolg der Visitation in hohem Ma\u00df der Fortschritt der H\u00e4user abh\u00e4ngt, seien die Visita\u00adtoren sorgf\u00e4ltig und eifrig und dabei niemals mit einer nur f\u00f6rmlichen und \u00e4u\u00dferen Erf\u00fcllung ihrer Aufgabe zu\u00adfrieden. Allein das Heil der Seelen vor Augen, sollen sie weder Kr\u00e4fte noch Zeit schonen, damit ihre Visita\u00adtion den Frieden und die Liebe Christi in den Herzen mehre.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c33\">Kapitel 33<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Bekehrung des Lebens<a href=\"#c32\">\u00ab<\/a><a href=\"#c34\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Je erhabener der Weg ist, der sich uns er\u00f6ffnet, die wir die heilige Form unseres Lebens von unseren V\u00e4tern \u00fcbernommen haben, desto leichter k\u00f6nnen wir von solcher H\u00f6he fallen, nicht nur durch offene \u00dcber\u00adtretungen, sondern ebenso durch die gewisserma\u00dfen na\u00adt\u00fcrliche Schwerkraft der Gewohnheit. Da aber Gott den Dem\u00fctigen seine Gnade schenkt, m\u00fcssen wir vor allem zu ihm unsere Zuflucht nehmen und st\u00e4ndig im Kampf stand\u00adhalten, damit nicht jener auserw\u00e4hlte Weinstock ent\u00adarte.<\/li><li>Denn der Fortbestand unserer Lebensform h\u00e4ngt mehr von der Treue jedes einzelnen als von der Vermehrung der Gesetze, der Anpassung der Gewohnheiten oder auch von der r\u00fchrigen T\u00e4tigkeit der Prioren ab. Es w\u00e4re ja nicht genug, wenn wir den Befehlen der Vorgesetzten gehorchten und die Statuten dem Buchstaben nach treu beobachteten, wenn wir nicht unter der F\u00fchrung des Geistes verst\u00fcnden, was des Geistes ist. Der M\u00f6nch, der seit Beginn seines neuen Wandels in der Einsamkeit weilt, ist seinem eigenen Urteil \u00fcberlassen. Er ist kein Kind mehr, sondern ein Mann. Darum soll er kein Spiel der Wellen mehr sein, hin und her getrieben von jedem Wind, sondern pr\u00fcfen, was Gott wohlgef\u00e4llig ist. Das befolge er aus eigenem Entscheid und genie\u00dfe beson\u00adnen und weise die Freiheit der Kinder Gottes, \u00fcber die er sich vor dem Herrn verantworten mu\u00df. Doch halte sich keiner selbst f\u00fcr klug. Denn wer es unterl\u00e4\u00dft, sein Herz einem weisen F\u00fchrer zu erschlie\u00dfen, bei dem ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df er die rechte Unterscheidung vergi\u00dft und entweder weniger ausschreitet, als notwendig ist, oder im Lauf ermattet, oder in einer Ruhepause ein\u00adschl\u00e4ft.<\/li><li>Wie k\u00f6nnen wir also als lebendiges Opfer, das Gott gef\u00e4llt, unseren Dienst am Volk Gottes erf\u00fcllen, wenn wir uns vom Sohne Gottes, der das Leben und zu\u00adgleich die vollkommenste Opfergabe ist, trennen lassen durch ein laues und unabget\u00f6tetes Leben, durch Umher\u00adschweifen der Gedanken und leere Geschw\u00e4tzigkeit und durch eitle Sorgen und Besch\u00e4ftigungen, oder wenn der M\u00f6nch in seiner Zelle aus Eigenliebe von kl\u00e4glicher Sorge gefangen gehalten wird&nbsp;?<br>Versuchen wir also nach Kr\u00e4ften in Einfalt des Herzens und Keuschheit des Geistes, unsere Gedanken und Empfindungen in Gott zu verankern. Jeder vergesse sich selbst und was hinter ihm liegt und strebe nach dem vorgesteckten Ziel: dem Siegespreis der himmlischen Be\u00adrufung Gottes in Christus Jesus.<\/li><li>Wer aber seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? Weil das br\u00fcderliche Gespr\u00e4ch nur durch die gegenseitige Achtung der Person erm\u00f6glicht wird, ziemt es sich gewi\u00df gerade f\u00fcr uns, die wir im Hause Gottes wohnen, f\u00fcr die Liebe, die aus Gott stammt, Zeugnis abzulegen, indem wir die Br\u00fcder, die in Gemeinschaft mit uns leben, lie\u00adbevoll annehmen und uns bem\u00fchen, ihre Naturanlagen und Charaktere mit Herz und Verstand liebzugewinnen, wenn sie auch von den unsrigen noch so verschieden sind. Denn Feindschaften, Streit und dergleichen gehen mei\u00adstens aus der Geringsch\u00e4tzung der anderen hervor.<\/li><li>Meiden wir alles, was das Gut des Friedens gef\u00e4hr\u00adden k\u00f6nnte; vor allem reden wir nicht schlecht \u00fcber unseren Bruder! Entsteht im Haus unter den M\u00f6nchen oder zwischen diesen und dem Prior eine Meinungsver\u00adschiedenheit, pr\u00fcfe man mit Geduld und Demut alles, wo\u00addurch der Fall in Liebe gel\u00f6st werden k\u00f6nnte, bevor man es den Visitatoren, dem Reverendus Pater oder dem Gene\u00adralkapitel berichtet. Denn es ist besser, wenn die Konventsfamilie selbst in gemeinsamer Anstrengung und \u00dcbereinstimmung den Frieden bewahrt. In einem solchen Fall soll sich der Prior nicht als Herr, sondern als Bruder zeigen. Und wenn die Schuld bei ihm liegt, soll er sie eingestehen und sich bessern.<\/li><li>Auf die Prioren kommt es in erster Linie an, ob in den H\u00e4usern des Ordens ein guter oder schlechter Geist herrscht. Daher seien sie bestrebt, durch ihr Vorbild den anderen zu n\u00fctzen und sollen zuerst selbst verwirklichen, wor\u00fcber sie andere belehren. Auch sollen sie sich nicht anma\u00dfen, etwas zu sagen, das nicht Chri\u00adstus selbst durch sie h\u00e4tte reden wollen. Dem Gebet, dem Schweigen und der Zellenruhe hingegeben, sollen sie sich das Vertrauen ihrer Untergebenen verdienen und echte Liebesgemeinschaft mit ihnen pflegen. G\u00fctig und mit Eifer sollen sie darauf sehen, wie die M\u00f6nche in der Zelle leben und in welcher inneren Verfassung sie sich befinden, um ihren Versuchungen im Anfang wehren zu k\u00f6nnen. Sind diese n\u00e4mlich einmal stark geworden, k\u00f6nnte das Heilmittel zu sp\u00e4t kommen.<\/li><li>Endlich m\u00fcssen wir heute ganz besonders auf der Hut sein, uns nicht dieser Welt anzugleichen. Denn es vertr\u00e4gt sich ganz und gar nicht mit unserem Stand, wenn wir die Annehmlichkeiten des Lebens zu sehr suchen und zu willig ergreifen, zumal da die eine Neuerung eine weitere herbeiruft. Die g\u00f6ttliche Vorsehung hat uns die Mittel nicht verliehen, damit wir nach den Lockungen des Lebens trachten. Denn leicht ist der Weg zu Gott, da man sich auf ihm nicht belasten, sondern der Lasten entledigen soll. Wir wollen uns also so weit ent\u00e4u\u00dfern, bis wir, nachdem wir alles verlassen haben, des Wandels unserer ersten V\u00e4ter teilhaft werden, indem wir uns selbst verleugnen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c34\">Kapitel 34<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Aufgabe des Ordens in der Kirche<a href=\"#c33\">\u00ab<\/a><a href=\"#c35\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Welchen Gewinn und g\u00f6ttlichen Genu\u00df die Einsamkeit und das Schweigen der Ein\u00f6de denen bereiten, die sie lieben, wissen nur, die es erfahren haben. Diesen besten Teil haben wir jedoch nicht nur zu unserem eige\u00adnen Nutzen erw\u00e4hlt. Mit der Wahl des verborgenen Lebens verlassen wir ja die Menschheitsfamilie nicht. Indem wir nur f\u00fcr Gott da sind, erf\u00fcllen wir vielmehr eine Aufgabe in der Kirche, in der das Sichtbare auf das Un\u00adsichtbare, die T\u00e4tigkeit auf die Beschauung hingeordnet ist.<\/li><li>Wenn wir daher wirklich Gott anhangen, verschlie\u00ad\u00dfen wir uns nicht in uns selbst. Im Gegenteil: Un\u00adser Geist wird offen und unser Herz wird so weit, da\u00df es das ganze Weltall und das Heilsmysterium Christi zu umfassen vermag. Getrennt von allen, sind wir eins mit allen, damit wir stellvertretend f\u00fcr alle vor dem le\u00adbendigen Gott stehen. Dieses Streben richtet sich, so\u00adweit es unsere menschliche Natur zul\u00e4\u00dft, unmittelbar und ununterbrochen auf Gott. Es verbindet uns aber auch in besonderer Weise mit der Seligen Jungfrau Maria, die wir die einzigartige Mutter der Kart\u00e4user zu nennen pflegen.<\/li><li>Durch unsere Profe\u00df streben wir einzig nach Dem, der ist. Dadurch geben wir der Welt, die sich zu sehr in die irdischen Dinge verstrickt, Zeugnis, da\u00df es au\u00dfer Ihm keinen Gott gibt. Unser Leben macht ferner offenkundig, da\u00df die himmlischen G\u00fcter schon in dieser Welt gegenw\u00e4rtig sind; es k\u00fcndet die Auferstehung an und nimmt in gewisser Weise die Erneuerung der Welt voraus.<\/li><li>Durch die Bu\u00dfe endlich nehmen wir am Erl\u00f6sungswerk Christi teil, der vornehmlich durch sein Gebet zum Vater und durch sein Selbstopfer das in den Fesseln der Schuld darniederliegende Menschengeschlecht befreite. In unserem Bem\u00fchen, diesem tiefsten Gesetz des Erl\u00f6ser\u00adamtes Christi zu entsprechen, \u00fcben wir somit auch ohne T\u00e4tigkeit das Apostolat in hervorragender Weise aus.<\/li><li>Zum Lobe Gottes also, wof\u00fcr der Orden der Kart\u00e4u\u00adsereremiten in besonderer Weise gegr\u00fcndet wurde, wollen wir, der Zellenruhe hingegeben und der Arbeit nachgehend, Ihm unaufh\u00f6rliche Huldigung darbringen. So seien wir, in der Wahrheit geheiligt, jene wahren An\u00adbeter, die der Vater sucht.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"c35\">Kapitel 35<\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die Statuten als solche<a href=\"#c34\">\u00ab<\/a><a href=\"\/moines\/de\/statuten\/buch-5\">\u00bb<\/a><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Wir wollen auf die Lehre unserer V\u00e4ter, die in diesen Statuten erneuert und unseren Verh\u00e4ltnissen angepa\u00dft wurde, lauschen und best\u00e4ndig \u00fcber sie nach\u00adsinnen. Lassen wir nicht von ihr, und sie wird uns be\u00adh\u00fcten. Lieben wir sie, und sie wird uns besch\u00fctzen. Denn sie ist Vorbild und Gnadenmittel der von Gott f\u00fcr einen jeden von uns vorherbestimmten Heiligkeit. Aber der Geist ist es, der lebendig macht und uns nicht mit dem Buchstaben zufrieden sein l\u00e4\u00dft. Diese Statuten ver\u00adfolgen n\u00e4mlich das eine Ziel, da\u00df wir unter der F\u00fchrung des Evangeliums auf dem Weg Gottes weiter voranschrei\u00adten und die Weite der Liebe kennenlernen.<\/li><li>Daher darf weder der Reverendus Pater noch irgend\u00adein anderer bez\u00fcglich der Br\u00e4uche, die in den Sta\u00adtuten niedergelegt sind, oder dessen, was zum g\u00f6ttli\u00adchen Offizium geh\u00f6rt, etwas wegnehmen oder hinzuf\u00fcgen ohne Beschlu\u00df des Generalkapitels; dar\u00fcberhinaus k\u00f6nnen die Konstitutionen oder die B\u00fccher 1 bis 4 dieser Sta\u00adtuten nur mit Einverst\u00e4ndnis des Heiligen Stuhls ge\u00e4n\u00addert werden.<br>Bei auftauchenden Zweifeln aber kann man das Gene\u00adralkapitel oder den Reverendus Pater zu Rate ziehen; man mu\u00df dies sogar tun, wenn die Zweifel eine Antwort verlangen. Wird eine Antwort erteilt, die ja zur Auf\u00adrechterhaltung der Regelbefolgung dienen soll, m\u00fcssen alle Folge leisten. Die letzte und authentische Ausle\u00adgung der Konstitutionen steht dem Heiligen Stuhl zu.<br>Ferner darf keine Ausgabe der Statuten oder der liturgischen B\u00fccher des Ordens, gleich in welcher Spra\u00adche, erscheinen ohne Erlaubnis und Billigung des Gene\u00adralkapitels oder des Reverendus Pater.<\/li><li>Was in den Statuten aber nicht ausdr\u00fccklich er\u00adw\u00e4hnt ist, soll der Prior nach seinem Ermessen an\u00ad ordnen; nat\u00fcrlich d\u00fcrfen seine Anordnungen nicht den Statuten widersprechen. Doch w\u00fcnschen wir nicht, da\u00df die Prioren bei dieser oder einer anderen Gelegenheit ehrw\u00fcrdige und fromme Hausbr\u00e4uche leichthin ab\u00e4ndern. Solche Br\u00e4uche jedoch d\u00fcrfen sich niemals gegen die Statuten behaupten.<\/li><li>Und damit die Statuten nicht aus unserem Herzen entschwinden, lese man sie j\u00e4hrlich den versammel\u00adten M\u00f6nchen vor. Wird im Verlauf der Statutenlesung ein Punkt ber\u00fchrt, dessen Beobachtung zu w\u00fcnschen \u00fcbrig\u00adl\u00e4\u00dft, so \u00fcberlege jeder gewissenhaft, wie man diesen Mi\u00dfstand beheben kann und soll. Tr\u00e4gt der Prior die Schuld, so verfahre man, wie man im allgemeinen bei der Ermahnung des Priors vorzugehen hat. Der Vikar oder ein anderer \u00e4lterer und besonnener M\u00f6nch des Hauses kann und soll dann den Prior insgeheim und ehrerbietig zur Besserung mahnen. Doch trifft die Schuld andere, melde man sie dem Prior, damit dieser sie zur Besserung an\u00adhalte. Erfolgt auch jetzt keine Besserung und die Sache ist von Bedeutung, so m\u00fcssen die Visitatoren oder n\u00f6ti\u00adgenfalls der Reverendus Pater oder das Generalkapitel einschreiten.<\/li><li>Der Herr sagt: Wenn dein Bruder s\u00fcndigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Das verlangt jedoch sehr gro\u00dfe Demut und Klugheit und scha\u00addet sicherlich, wenn die Zurechtweisung nicht aus rei\u00adner Liebe geschieht, die nicht das Ihre sucht. Umge\u00adkehrt sollen auch wir in dem\u00fctiger Gesinnung w\u00fcnschen, getadelt zu werden. Gleichwohl soll man gew\u00f6hnlich die Ermahnungen dem Prior, Vikar oder Prokurator anvertrau\u00aden, damit diese sie nach ihrem Gewissen und ihrer Ein\u00adsicht dem Mitbruder vertraulich mitteilen.<\/li><li>Es ist die Aufgabe des Priors, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df die Statuten im Haus treu beobachtet werden.<br>Ihr Mark durchdringe seine Seele, damit er in jeder Lage den Geist der Regel immer treu zu bewahren wei\u00df, indem er sich bewu\u00dft ist, zum Diener dieser Statuten bestellt zu sein &#8211; nicht zum Schaden, sondern zum Nut\u00adzen seiner Br\u00fcder.<\/li><li>Die M\u00f6nche aber sollen den Statuten den entspre\u00adchenden Gehorsam leisten, nicht aus Augendienerei, um Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht Gottes. Sie sollen auch wohl beherzi\u00adgen, da\u00df ohne rechtm\u00e4\u00dfigen Grund eine Erlaubnis nichtig ist. Die Lehren und Ermahnungen ihrer \u00e4lteren Mitbr\u00fc\u00adder, zumal des Priors, der Gottes Stelle vertritt, sol\u00adlen sie mit aller Sanftmut anh\u00f6ren und ausf\u00fchren. Und fehlen sie zuweilen aus menschlicher Schwachheit, sol\u00adlen sie sich nicht hartn\u00e4ckig weigern, sich zu bessern, um nicht dem Teufel Raum zu geben. Sie sollen vielmehr durch die M\u00fche des Gehorsams zu Dem zur\u00fcckkehren, dem der Mensch durch die Tr\u00e4gheit des Ungehorsams entlaufen ist.<\/li><li>Angesichts all der Wohltaten, die der Herr denen bereitet hat, die er in die Einsamkeit berief, wollen wir uns mit unserem heiligen Vater Bruno freuen, da\u00df wir den stillen, verborgenen Hafen erreicht haben, wo an uns die Einladung ergeht, teilweise die unver\u00adgleichliche Sch\u00f6nheit des h\u00f6chsten Gutes zu kosten. Freuen wir uns daher \u00fcber unser beseligendes Los und \u00fcber das freigebige Walten der g\u00f6ttlichen Gnade in uns, und danken wir immerdar Gott dem Vater, der uns w\u00fcrdig gemacht hat, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Amen.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch 4 Kapitel 31 Die Leitung des Ordens\u00ab\u00bb In der Absicht, die Dauerhaftigkeit und unersch\u00fct-terliche Festigkeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":6183,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6191","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6191\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}