{"id":2902,"date":"2021-05-04T03:12:42","date_gmt":"2021-05-04T01:12:42","guid":{"rendered":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/?page_id=2902"},"modified":"2021-12-07T09:58:41","modified_gmt":"2021-12-07T08:58:41","slug":"der-kartaeuserweg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/chartreux.org\/moines\/de\/der-kartaeuserweg\/","title":{"rendered":"Der kartusianische Weg"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<div id=\"toc_container\">\n<ul class=\"toc_list\">\n  <li><a href=\"#1\">1. Das Ziel<\/a><\/li>\n  <li><a href=\"#2\">2. Die Einsamkeit<\/a><\/li>\n  <li><a href=\"#3\">3. Eine Gemeinschaft von Einsiedlern<\/a><\/li>\n  <li><a href=\"#4\">4. Im Herzen der Kirche und der Welt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201e<em>Getrennt von allen sind wir eins mit allen, denn wir stehen stellvertretend f\u00fcr alle vor dem lebendigen Gott.\u201c<\/em><\/em> (Statuten 34.2)<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"1\">1. Das Ziel<\/h3>\n\n\n\n<p><em>O Bonitas!<\/em> Oh G\u00fcte! Das war der Jubelruf, der aus Brunos von g\u00f6ttlicher Liebe entflammtem Herzen str\u00f6mte. Das ausschlie\u00dfliche Ziel des kartusianischen Weges ist die <strong>Kontemplation<\/strong>: durch die Kraft des Heiligen Geistes so best\u00e4ndig wie m\u00f6glich im Licht der Liebe Gottes zu leben, die sich in Christus gezeigt hat. Es geht darum, in eine pers\u00f6nliche, tiefe und kontinuierliche Beziehung mit Gott einzutreten, um \u201edie Weite der Liebe kennenzulernen\u201c (Statuten 35.1). Das setzt in uns die Reinheit des Herzens und die N\u00e4chstenliebe voraus: <em>\u201eSelig sind die reinen Herzens, denn sie werden Gott schauen\u201c <\/em>(Mt 5,8). Die monastische Tradition nennt dieses Ziel auch reines oder immerw\u00e4hrendes Gebet.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Eintritt in die kontemplative Ruhe setzt einen langen Weg voraus. Dem M\u00f6nch wird \u201eder Zugang zu dieser Ruhe erst erschlossen, wenn er durch die M\u00fche eines heftigen Kampfes ge\u00fcbt worden ist. Bald es sind es Beschwerden, die er aus Liebe zum Kreuz ertr\u00e4gt; bald sind es Heimsuchungen, durch die der Herr ihn wie Gold im Schmelzofen pr\u00fcft. Da wird er nun durch die Geduld gel\u00e4utert, durch eifriges Betrachten der Schrift getr\u00f6stet und gen\u00e4hrt und durch die Gnade des Geistes in die Tiefe seines Herzens gef\u00fchrt. So vermag er jetzt Gott nicht mehr blo\u00df zu dienen, sondern ihm anzuhangen\u201c (Statuten 3.2).<\/p>\n\n\n\n<p>Das ganze monastische Leben besteht also in diesem Weg zu Gott, und alle Werte unseres Lebens sind auf dieses Ziel ausgerichtet. Sie helfen dem M\u00f6nch, sein Leben in der N\u00e4chstenliebe zu einer Einheit finden zu lassen und f\u00fchren ihn in die Tiefe seines Herzens. Doch ist es ehrlich gesagt nicht dieses Ziel, das uns von anderen kontemplativen M\u00f6nchen (Benediktinern, Zisterziensern &#8230;) unterscheidet, sondern der Weg, den wir einschlagen. Dessen wesentliche Merkmale sind: Einsamkeit, ein gewisses Ma\u00df an Gemeinschaftsleben und eine auf unseren Lebensstil abgestimmte Liturgie. Das ist die Spiritualit\u00e4t der W\u00fcste.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir teilen bestimmte monastische Werte mit den \u00fcbrigen kontemplativen M\u00f6nchen, zum Beispiel: Feier der Liturgie, Askese (Nachtwachen und Fasten), Schweigen, Handarbeit, Armut, Keuschheit, Gehorsam, H\u00f6ren auf das Wort der Hl. Schrift, regelm\u00e4\u00dfiges Gebet, Demut. Andere sind unserem Orden eigen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6854b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1649\" width=\"535\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6854b.jpg 940w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6854b-300x200.jpg 300w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6854b-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"2\">2. Die Einsamkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Das erste wesentliche Merkmal unseres Lebens ist die Berufung zur gottgeweihten Einsamkeit, zu der wir besonders bestimmt sind. Der Kart\u00e4userm\u00f6nch sucht Gott in der Einsamkeit. \u201eUnser vorz\u00fcgliches Bem\u00fchen und unsere Berufung bestehen darin, uns dem Schweigen und der Einsamkeit der Zelle zu widmen. Denn die Zelle ist der heilige Boden und der Ort, wo der Herr und sein Diener h\u00e4ufige Zwiegespr\u00e4che f\u00fchren, wie es unter Freunden \u00fcblich ist. Oft zieht dort das Wort Gottes die treue Seele an sich, der Br\u00e4utigam verbindet sich mit seiner Braut, Himmlisches wird dem Irdischen, G\u00f6ttliches dem Menschlichen geeint\u201c (Statuten 4.1). Aber der Kart\u00e4user w\u00e4hlt die Einsamkeit nicht um ihrer selbst willen, sondern weil er in ihr ein hervorragendes Mittel sieht, um eine tiefere Vereinigung mit Gott und mit allen Menschen zu erreichen. Die kartusianische Einsamkeit wird auf drei Ebenen gelebt: Trennung von der Welt, Bleiben in der Zelle und innere Einsamkeit oder Einsamkeit des Herzens.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trennung von der Welt wird durch die Klausur erm\u00f6glicht. Wir verlassen das Kloster nur f\u00fcr unseren w\u00f6chentlichen Spaziergang. Wir empfangen keine Besuche und \u00fcben kein Apostolat au\u00dferhalb des Klosters aus. Wir haben weder Radio noch Fernsehen im Kloster. Allein der Prior empf\u00e4ngt die Nachrichten und gibt den M\u00f6nchen weiter, was diese wissen sollen. Dies schafft die notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr die Entwicklung der inneren Stille, die es der Seele erlaubt, ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Gegenwart Gottes zu richten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zelle ist so eingerichtet, dass sie dem Kart\u00e4userm\u00f6nch so viel Abgeschiedenheit wie m\u00f6glich bietet, ihm aber gleichzeitig die lebensnotwendigen Dinge gew\u00e4hrt. Jede Zelle besteht aus mehreren R\u00e4umen und einem kleinen Garten. Hier verbringt der M\u00f6nch die meiste Zeit des Tages allein, sein Leben lang. Wegen der Einsamkeit wird jedes unserer H\u00e4user als \u201eW\u00fcste\u201c oder \u201eEinsiedelei\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klausur und das Bleiben in der Zelle bieten jedoch nur eine \u00e4u\u00dfere Abgeschiedenheit. Sie sind lediglich die ersten Schritte, um zur inneren Einsamkeit oder Reinheit des Herzens zu gelangen: den eigenen Geist von allem fernzuhalten, was nicht Gott ist oder nicht zu Gott f\u00fchrt. Auf dieser Ebene begegnet der Kart\u00e4user den Launen seiner Phantasie und den Schwankungen seiner Gef\u00fchlswelt. Solange der M\u00f6nch von seinem Ich, seinen Gef\u00fchlszust\u00e4nden, seinen nutzlosen Gedanken, seinen irrealen W\u00fcnschen erf\u00fcllt ist, ist er noch nicht auf Gott ausgerichtet. So erf\u00e4hrt er seine eigene Zerbrechlichkeit und die Kraft des Heiligen Geistes und lernt nach und nach, \u201edas stille Lauschen des Herzens zu pflegen, das Gott durch alle seine T\u00fcren und auf allen seinen Pfaden eintreten l\u00e4sst\u201c (Statuten 4.2).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6917-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1651\" width=\"779\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6917-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/0X4A6917-2-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 779px) 100vw, 779px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"#toc_container\" class=\"returnToTop\"> zur\u00fcck nach oben \u2191 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kein Besuch m\u00f6glich? Die liturgischen Feiern in der Kartause haben keine pastorale Zielsetzung. Das erkl\u00e4rt, warum es Menschen, die nicht dem Orden angeh\u00f6ren, nicht m\u00f6glich ist, an den Gottesdiensten oder der Messe in der Kirche unserer Kl\u00f6ster teilzunehmen. Wegen unserer Berufung zur Einsamkeit sind Besuche auf die Familienangeh\u00f6rigen der M\u00f6nche (zwei Tage im Jahr) und auf die Aspiranten (jene, die einen Eintritt in unseren Orden erw\u00e4gen) beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"3\">3. Eine Gemeinschaft von Einsiedlern<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie Gnade des Heiligen Geistes versammelt die Einsiedler so miteinander, dass sie in der Liebe zu einer Gemeinschaft nach dem Bild der Kirche werden, die an vielen Orten als die Eine besteht\u201c (Statuten 21.1). Das zweite wesentliche Merkmal unseres Lebens ist jener Anteil an gemeinsamem Leben, der untrennbar mit unserem Verst\u00e4ndnis von Einsamkeit verbunden ist. Es war ein Geniestreich des heiligen Bruno, der es, vom Heiligen Geist inspiriert, von Anfang an verstand, Einsamkeit und Gemeinschaftsleben in ein ausgeglichenes Verh\u00e4ltnis zu bringen, um die Kartause zu einer auf Gott ausgerichteten Gemeinschaft von Einsiedlern zu machen. Einsamkeit und Gemeinschaftsleben gleichen sich gegenseitig aus. Das gemeinsame Leben erm\u00f6glicht das Funktionieren des Klosters, aber es ist auch ein wichtiges Element, um die Echtheit unserer N\u00e4chstenliebe zu \u00fcberpr\u00fcfen. So entgeht der Einsiedler der Gefahr, in einer Illusion zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gemeinschaftsleben n\u00e4hrt sich von der t\u00e4glich in der Kirche gesungenen Liturgie, einem gemeinsamen Werk zur Ehre Gottes. An gew\u00f6hnlichen Tagen findet sie dreimal am Tag statt: Wir versammeln uns um Mitternacht in der Kirche zum langen Nachtoffizium (das Matutin und Laudes umfasst), zur Konventmesse am Morgen und zur Vesper am Abend.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Marienau-Refectoire-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1445\" width=\"566\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Marienau-Refectoire-1.jpg 1000w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Marienau-Refectoire-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Marienau-Refectoire-1-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Sonn- und Feiertage sind besonders der Gemeinschaft gewidmet: Wir beten fast alle Horen in der Kirche, essen gemeinsam schweigend im Refektorium zu Mittag (w\u00e4hrend wir einer Lesung zuh\u00f6ren) und versammeln uns am Nachmittag im Kapitelsaal, wo Angelegenheiten von allgemeinem Belang behandelt werden; anschlie\u00dfend gibt es eine gemeinsame Erholung (Austausch). Au\u00dferdem gibt es am ersten freien Tag der Woche einen langen Spaziergang von etwa vier Stunden, auf dem wir uns frei unterhalten und uns so gegenseitig besser kennenlernen und unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Mehrmals im Jahr findet eine gemeinsame Erholung statt, an der Patres, Laienbr\u00fcder und Novizen gemeinsam teilnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweck dieser Erholungen und Spazierg\u00e4nge ist es, die gegenseitige Zuneigung zu erhalten und die Einheit der Herzen zu f\u00f6rdern, w\u00e4hrend gleichzeitig eine k\u00f6rperliche Entspannung gew\u00e4hrleistet wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"496\" height=\"740\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2-paseo-pinos-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2844\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2-paseo-pinos-2.jpg 496w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/2-paseo-pinos-2-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"740\" height=\"555\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Easter-2011-085.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2845\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Easter-2011-085.jpg 740w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Easter-2011-085-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"533\" height=\"800\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/GC05.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2842\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/GC05.jpg 533w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/GC05-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color popmake-5924\"><strong>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"4\">4. Im Herzen der Kirche und der Welt<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Lobpreis<\/strong><br>Indem er in die Tiefe seines Herzens eintritt, wird der Kart\u00e4user in seiner Einsamkeit in Christus f\u00fcr jeden Menschen gegenw\u00e4rtig. Er begibt sich in die Einsamkeit, weil er solidarisch sein will. Die Kontemplativen sind im Herzen der Kirche. Sie erf\u00fcllen eine wesentliche Aufgabe der kirchlichen Gemeinschaft: die Verherrlichung Gottes. Der Kart\u00e4user zieht sich in die W\u00fcste zur\u00fcck, um vor allem Gott anzubeten, ihn zu loben, ihn zu betrachten, sich von ihm verf\u00fchren zu lassen, sich ihm hinzugeben, im Namen aller Menschen. Im Namen aller ist er von der Kirche beauftragt, st\u00e4ndig im Gebet zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcrbitte<\/strong><br>Die Kirche hat stets anerkannt, dass M\u00f6nche, die sich ausschlie\u00dflich der Kontemplation widmen, die Rolle der F\u00fcrbitte \u00fcbernehmen. Stellvertretend f\u00fcr die gesamte Menschheit beten sie jeden Tag f\u00fcr alle Lebenden und Toten, bei allen liturgischen \u00c4mtern und bei der Feier der Eucharistie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bu\u00dfe<\/strong><br>Die Askese verbindet den Kart\u00e4userm\u00f6nch mit dem Wirken Christi f\u00fcr das Heil der Welt: \u201eDurch die Bu\u00dfe nehmen wir am Erl\u00f6sungswerk Christi teil, der vornehmlich durch sein Gebet zum Vater und durch sein Selbstopfer das in den Fesseln der Schuld darniederliegende Menschengeschlecht befreite. In unserem Bem\u00fchen, diesem tiefsten Gesetz des Erl\u00f6seramtes Christi zu entsprechen, \u00fcben wir somit auch ohne T\u00e4tigkeit das Apostolat in hervorragender Weise aus.\u201c (Statuten 34.4)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebenszeugnis<\/strong><br>\u201eDurch unsere Profess streben wir einzig nach Dem, der ist. Dadurch geben wir der Welt, die sich zu sehr in die irdischen Dinge verstrickt, Zeugnis, dass es au\u00dfer Ihm keinen Gott gibt. Unser Leben macht ferner offenkundig, dass die himmlischen G\u00fcter schon in dieser Welt gegenw\u00e4rtig sind; es k\u00fcndet die Auferstehung an und nimmt in gewisser Weise die Erneuerung der Welt voraus\u201c (Statuten 34.3). F\u00fcr den Einsiedler ist es nicht m\u00f6glich, ein solches Zeugnis durch Worte oder pers\u00f6nliche Kontakte zu geben. Allein durch seine Anwesenheit bezeugt der M\u00f6nch, dass Gott existiert, dass er ein ganzes Leben ausf\u00fcllen und das Herz eines Menschen erf\u00fcllen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der M\u00f6nch dient der gesamten Menschheit, die er auf dem Grund seines Herzens in sich tr\u00e4gt, w\u00e4hrend er vor Gott steht. Er birgt unaufh\u00f6rlich diese verwundete Menschheit in sich. Er ist n\u00fctzlich nicht in dem Sinn, den die Welt diesem Wort gibt, sondern durch den Widerhall des g\u00f6ttlichen Lebens im Menschen. Der Kart\u00e4user l\u00f6st sich von den Dingen dieser Welt, um n\u00e4her bei Gott zu leben; mehr in der Ordnung des Seins (Sein f\u00fcr Gott) als in jener des Tuns. Der Mensch, der in Gott und aus Gott lebt, tr\u00e4gt die Menschheit mit sich, denn \u201ejede Seele, die sich erhebt, erhebt die Welt\u201c (ehrw\u00fcrdige Elisabeth Leseur).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2-orando-019-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1426\" width=\"517\" height=\"689\" srcset=\"https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2-orando-019-768x1024.jpg 768w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2-orando-019-225x300.jpg 225w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2-orando-019-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/chartreux.org\/moines\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2-orando-019.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 517px) 100vw, 517px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"#toc_container\" class=\"returnToTop\"> zur\u00fcck nach oben \u2191 <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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