Kartäuserorden

Der Orden heute

Der Zustand des Ordens

1984 feierten wir die 900-Jahr-Feier des Tages, an dem unser Vater, der heilige Bruno, die Einöde der Chartreuse betrat und als erster den Weg beschritt, auf dem wir mit der Hilfe Gottes noch heute gehen wollen.

Der ununterbrochene Fortbestand unseres Ordens durch die Wechselfälle der Geschichte hindurch ist ein Zeichen der Fürsorge Gottes für ihn.

Heute gibt es 19 Häuser von Kartäusern (mit ungefähr 370 Mönchen) und 5 Häuser von Kartäuserinnen (mit ungefähr 75 Schwestern). Diese letzteren befinden sich in Frankreich, in Italien und in Spanien. Die Häuser der Mönche befinden sich in Europa, in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika. In Argentinien befindet sich ein Haus im Aufbau (seit 1997) Die Kartausen weltweit.

Wir nehmen es nämlich sehr ernst, dass Johannes Paul II die Institute des kontemplativen Lebens aufruft, Gemeinschaften in den jungen Kirchen anzusiedeln. Im Augenblick sind wir dabei zu erkunden, auf welche Weise der Kartäuserorden außerhalb Europas vertreten sein könnte und das letzte Generalkapitel hat beschlossen das Kartäuserleben in Korea zu verwirklichen.

Die Leitung des Ordens

An oberster Stelle steht im Kartäuserorden das Generalkapitel, das alle zwei Jahre in der Großen Kartause abgehalten wird. Die Große Kartause ist die "Mutter und Quelle des ganzen Ordens".

Während dieses Kapitels bildet das Definitorium, das aus acht Mönchen besteht, die von den Prioren (d.h. den Oberen) der Häuser gewählt werden, eine Art Exekutive und die Vollversammlung die Legislative. Zwischen zwei Kapiteln wird der Orden vom Prior der Großen Kartause, den man den "Reverendus Pater" nennt und der von einem Rat unterstützt wird, geleitet. Schließlich ist noch ein weiteres Element der Leitung des Kartäuserordens sehr wichtig: die Einrichtung der Visitatoren : alle zwei Jahre wird jedes Haus von zwei Patres, die gewöhnlich Prioren anderer Kartausen sind, visitiert.

Die Statuten

Bruno war für seine Brüder ein lebendes Beispiel, aber er hat ihnen keine Mönchsregel geschrieben. Er und seine ersten Nachfolger « …verharrten in der Schule des Heiligen Geistes und ließen sich durch die Erfahrung formen. Auf diese Weise erarbeiteten sie eine eigene Weise des Einsiedlerlebens, die den folgenden Generationen nicht schriftlich sondern durch das Beispiel überliefert wurde. »

Statuten I.1

Guigo legte die Gewohnheiten die in der Großen Kartause befolgt wurden, schriftlich nieder: das ist des erste Text der Kartäuserregel. Mit der Zeit wurden Hinzufügungen oder Änderungen notwendig. Neue Bedingungen von Zeit und Ort erforderten eine Anpassung.

Sehr bald nannten die Kartäuser ihre Lebensregel die Statuten.

Nach dem zweiten vatikanischen Konzil wurden 1971 und 1973 die "Erneuerten Statuten des Kartäuserordens" abgefasst. Um sie dem Codex des canonischen Rechts von 1983 anzugleichen, wurden diese Statuten aufs neue durchgesehen und wurden damit die vom Generalkapitel 1987 gebilligten "Statuten des Kartäuserordens".

Diese Statuten, die für uns ein richtiggehendes Kompendium der Mönchsspiritualität darstellen, sind für uns die Überlieferung eines Gebetsweges. Sie führen uns zur Kontemplation oder "köstlichen Erkenntnis" Gottes, der unser ganzes Leben geweiht ist ("Köstliche Erkenntnis" : Ausdruck von Guigo II, Kartäuserautor des 12. Jahrhunderts).

© 1998-2018 Kartäuserorden • Rechtliche InformationenKontakt